260  Geschlechtsleben.

jedoch  erleichtert  werden  durch  Benützung  des  Einführungslöffels,  wie  er  auf
Fig.  160  abgebildet  ist.  Das  Verfahren  muß  sorgfältig  geübt  werden,  bis
Sicherheit  erlangt  ist.  Dieses  Pessar  soll  noch  weniger  als  andere  tagelang
liegen  bleiben.  Die  Einschiebung  der  Schutzkappe  erfolgt  wie  Fig.  160  zeigt.
Das  amerikanische  Pessar  sangt  sich  an,  ist  daher  sehr  sicher  und  auch  leicht
einzuführen,  aber  sehr  kompakt  und  reizbaren  Frauen  deshalb  nicht  zu  empfehlen.
Von  vielen  Arzten  werden  auch  die  Sicherheits-Ovale  von  Unger
warm  empfohlen.  Ihre  Anwendung  ist  die  denkbar  leichteste  und  sie  werden
.  in  keiner  Weise  störend  empfunden,  scheinen  auch  ziemlich
sicher  zu  wirken.  Man  nehme  jedoch  nur  die  beste  Sorte,
die  sogenannte  „Tropovale“.  Für  junge  Frauen,  die
mit  den  Pessars  zu  große  Schwierigkeiten  haben,  sind
sie  sicher  sehr  empfehlenswert.
Fig.  159.  Die  Schlanchspritze  nach  Dr.  Hintz  stellt  uns
Zephir-Röhren-Pessar  eine  andere  Kombination  vor.  Sie  besteht  nur  aus  drei
„real“.  Teilen:  kleiner  Ball  mit  Löchern,  Schlauch  und  großer
Ball.  Der  kleine  Ball  mit  Löchern  wird  möglichst  hoch  eingeführt,  und  aus
dem  großen  Ball  wird  während  des  Aktes  eine  spermatötende  Flüssigkeit
eingespritzt,  welche  die  Scheidengewölbe  umspült.  Läßt  man  den  großen  ausgedrückten
  Ball  los,  so  wirkt  er  aufsaugend  und  zieht  nun  die  mit  Sperma
gemischte  Flüssigkeit  wieder  an  sich.  Dies  ist  eine  doppelte,  sehr  nützliche  Fähigkeit.
Es  ist  sicher,  daß  ein  Schutzmittel  um  so  eher  versagt,  je  komplizierter
seine  Anwendung  ist;  leider  aber  ist  in  solchen  Fällen  das  einfachste  nicht
immer  das  vollkommenste,
weil  es  hier  zu  viele  Seiten
7  zu  berücksichtigen  gilt.  Wir
"können  daher  die  Schlauchspritze
  wohl  empfehlen,  nicht

—  S  .
————  —  -  54  ·  2  aber  sie  schon  als  das  vollkommenste,
  das  wir  uns
Fig.  160.  Ciafihrungsöfe.  auf  diesem  Gebiete  wünschen,

  bezeichnen.

Da  schon  reines  Wasser  den  Samen  tötet,  so  geschieht  dies  mit  Essigwasser
  um  so  sicherer;  man  kann  daher  statt  der  beigelegten  Pulver  auch
dieses  nehmen,  niemals  aber  kalt.

Was  die  Ausspülungen  der  Scheide  mit  Wasser  unmittelbar  nach
dem  Akte  betrifft,  so  können  wir  nur  bemerken,  daß  sie  höchst  unbequem
sind,  da  sie  nur  mit  warmem  Wasser  ausgeführt  werden  dürfen  und  daher  sehr
lästige  Umstände  machen,  die  nachts  gerne  vermieden  werden.  Zögert  man
ferner  zu  lange  mit  dem  reinigenden  Wasserstrahl,  so  hat  der  Samen  Zeit,
in  die  Gebärmutter  einzudringen,  und  die  ganze  Anwendung  ist  nutzlos.  Es
gibt  Frauen,  die  zwei  Jahre  lang  die  Ausspülungen  mit  bestem  Erfolg  übten