Schwangerschaft.

Die  Keimzellen  und  ihre  Vereinigung.
Am  letzten  Kapitel  des  I.  Teiles  haben  wir  das  Geschlechtsleben

besprochen  und  jene  Verhältnisse  klargelegt,  welche  für  die
Entwicklung  der  menschlichen  Keimzellen  von  Bedentung  sind,
und  die  dem  Vorgange  der  Befruchtung  vorangehen:  im
.I.  Teile  unseres  Buches  besprechen  wir  das  Wachstum  der
befruchteten  Eizeile,  die  damit  im  Zusammenhang  stehenden  Veränderungen
des  mütterlichen  Organismus,  die  Ausstoßung  der  reifen  Leibesfrucht,  die
Beschaffenheit  und  die  Bedürfnisse  des  neugeborenen  Kindes  und  die  Pflege  der
Mutter,  wie  sie  zum  Gedeihen  des  Kindes  und  ihrer  eigenen  Zukunft  notwendig  ist.

Entgegen  anderen  populären  Büchern  trennen  wir  Mutter  und  Kind
nicht,  denn  ohne  gesunde  Mutter  keine  gesunde  Leibesfrucht,  ohne  gutgebildeten
Eierstock  und  Gebärmutter  keine  Schwangerschaft,  ohne  Herz=  und  Muskelkraft
  der  Mutter  keine  Wehen,  daher  keine  natürliche  Geburt,  ohne  gutentwickelte
  Brustdrüsen  und  gesunde  mütterliche  Säfte  keine  natürliche,  ausreichende
  Nahrung  für  den  Neugeborenen.  Somit  gehören  Schwangerschaft,
Wochenbett,  Sängungsperiode  in  die  Abhandlung  über  das  Kind,  als  derjenige
  Teil  des  Kindes,  welcher  seine  Erhaltung  und  seine  Gesundheit  bedingt.

In  diesem  Sinne  möge  uns  die  Leserin  folgen!

e  Mutter  ist  des  Kindes  wegen  da,  und  wer  kräftige,  gesunde  Töchter
erzogen  hat,  der  hat  für  eine  glückliche  Nachkommenschaft  gesorgt,  der  hat
sich  glückliche  Enkel  gesichert.

Nochmals  bringen  wir  hier  auf  Fig.  162  die  Abbildung  einer  reifen
Eizelle,  aber  sehr  vergrößert,  samt  der  sie  umgebenden  Zellschichte.  Als  ein
Pünktchen  erscheint  sie  dem  freien  Auge,  mit  einem  Durchmesser  von  ein
fünftel  Millimeter;  sie  unterscheidet  sich  wesentlich  vom  Vogel-Ei,  aber  nur
wenig  vom  Säugetier-Ei.  Mehrere  Schichten  sehen  wir  aufeinandergelagert
und  im  innersten  der  Zelle  den  „Zellkern“  oder  das  „Keimbläschen“,  jenen
wichtigsten  Teil  der  Eizelle,  der  sich  verändert  und  mit  dem  Spermakern  verschmilzt.
  Die  menschlichen  Samenfäden  haben  wir  schon  in  Fig.  117  des
I.  Teiles  gebracht,  die  deutlich  Kopf  und  Schwanz  erlennen  lassen.  Der  Kopf
wird  zum  Spermakern  in  der  Eizelle,  der  Schwanz  löst  sich  auf.

Die  Frau  als  Hausärztin.  17b