Zeit  der  Schwangerschaft.  277

weise  der  verlängerte  Eckzahn  des  Großvaters  allein  durch  die  winzige  Samenzelle
auf  Sohn  und  Enkel  vererbt  werden  konnte,  oder  wie  es  zustande  kommt,  daß
auffallende  Eigentümlichkeiten  der  Urahnen  in  späten  Nachkommen  wieder  auf—
tauchen.  Zur  Erklärung  greift  er  auf  die  eigentümliche  Anhäufung  von  Zellen  in
der  befruchteten  Eizelle  zurück,  die  sich  immer  wieder  teilen  und  schließlich  einen
komplizierten  Organismus  bilden.  Jede  Keimzelle  hat  man  sich  ursprünglich
als  einen  „Weltkörper  im  Kleinen“  vorzustellen,  der  aus  den  wesentlichsten
Bestandteilen  des  Vaters  oder  der  Mutter  aufgebaut  ist,  und  zwar  derart,
daß  die  Formanlage  für  jedes  Körperorgan  vorhanden  ist.  Also  hat  jeder
Zahn  seinen  Vertreter  in  der  Keimzelle  und  ein  besonders  großer  und  starker
Zahn  also  auch  einen  stärkeren  Vertreter.  Und  so  erklärt  sich  die  Vererbung
schwarzer  Augen,  blonder  Haare  und  anderes.  Was  der  Verfasser  sagt,  klingt
glaubwürdig,  und  so  kann  man  sich  der  Hoffnung  hingeben,  daß  fortgesetzte
Forschungen,  geschickt  gesammelte  Beobachtungen  und  Tatsachen  im  Verein
mit  richtigen  Schlußfolgerungen  uns  doch  endlich  der  richtigen  Erkenntnis  näher
bringen  werden.  Damit  wird  aber  sicher,  wenigstens  zum  Teil,  die  Möglichkeit
gewonnen  werden,  das  Geschlecht  der  Kinder  einigermaßen  zu  bestimmen.
Wer  also  ein  bestimmtes  Geschlecht  wünscht,  benütze  sämtliche  praktische  Winke,
die  wir  hier  gegeben  haben  und  im  folgenden  nochmals  zusammenfassen:
1.  Zeit  der  Vereinigung  vor  oder  nach  der  Menstruation  oder  in  der  Zwischenzeit;
  2.  Ernährung  der  Mutter;  3.  Lage  des  Mannes  stundenlang  vor  dem
Akte;  1.  Häufigkeit  der  Vereinigungen,  welche  den  Grad  des  Verlangens  bei
Mann  oder  Frau  erhöht  und  von  Wichtigkeit  für  die  Keimzellen  ist.

Die  Zeit  der  Schwangerschaft.

Mit  dem  Augenblick,  in  welchem  die  Keimzelle  sich  ansetzt  und  zu  wachsen
beginnt,  hat  man  es  mit  dem  Zustand  der  Schwangerschaft  zu  tun;
es  ist  die  Zeit,  in  welcher  sich  ein  neuer  Organismus  in  einem  älteren
entwickelt.  Sie  endigt  mit  der  Ausstoßung  dieses  neuen  Organismus,  sobald
er  reif  geworden,  das  ist  mit  der  „Geburt“.  Beim  Menschen  braucht  diese
Reifung  38  bis  40  Wochen,  das  sind  neun  Monate  und  einige  Wochen.  Da
man  den  Tag  der  eingetretenen  Befruchtung  nicht  kennt,  mindestens  keine
sicheren  Merkmale  dafür  hat  und  die  Frau  auch  um  so  weniger  davon  spürt,
je  gesünder  sie  selbst  ist,  so  ist  die  genaue  Berechnung  schwierig  und  muß
sich  nach  anderen  Merkmalen  richten.  Eines  der  wichtigsten  Anzeichen  der
Schwangerschaft  ist  das  Ausbleiben  der  Menstruation,  daher  berechnen  alle
Frauen  darnach.  Nachdem  man  aber  nie  weiß,  ob  die  Befruchtung  unmittelbar
nach  der  letzten  oder  kurz  vor  der  ausgebliebenen  Menstruation  eingetreten  ist,
was  einen  Unterschied  der  Geburt  um  etwa  drei  Wochen  ausmachen  würde,  muß
man  sich  noch  nach  weiteren  Merkmalen  richten.  Diese  alle  zusammen  können
dann  einen  annähernd  richtigen  Zeitpunkt  ergeben.  Diese  Merlmale