284  Lebeusregeln  für  die  Schwangerschaft.

Ihr  Anssehen  bessert  sich  auffallend,  der  Stuhlgang  wird  regelmäßig
(ohne  Abführmittel!),  die  Füße  bleiben  warm,  und  sie  gewinnt  so  viel  neuen
Mut,  daß  sie  sogar  ernstlich  die  übersiedlung  in  eine  gesündere  Wohnung
überlegt.  Die  Ärztin  hat  plötzlich  das  Gefühl  der  Verantwortung  für  ihre
Kinder  geweckt;  sie  will  ihnen  ein  gesünderes  Heim  schaffen.  Und  siehe  da!
Das  Jüngste  kommt  frisch  und  gesund  zur  Welt;  in  einer  neuen  Wohnung
mit  sonnigen  Räumen  und  einem  luftigen  Hofraum  finden  die  älteren  Kinder
ungewohnte  Annehmlichkeiten,  und  so  gedeiht  auch  das  jüngste  zur  Freude
seiner  Eltern!  —

Geschichten  dieser  Art  aus  dem  täglichen  Leben  könnte  man  ins  Ungemessene
vermehren,  und  würde  man  rücksichtslos  den  Entstehungsursachen  aller  Totgeburten,
  aller  Fehlgeburten,  aller  unglücklich  verlaufenden  Entbindungen  und
aller  Schwäche  und  Lebensunfähigkeit  der  lebendgeborenen  Kinder  nachforschen,
man  würde  unglanbliche  Versündigungen  gegen  Natur  und  Vernunft  und
beklagenswerten  Mißbrauch  der  uns  gegebenen  Kräfte  und  Fähigkeiten
entdecken.  Wenn  ein  von  Kindheit  auf  kranker  Mensch  ein  krankes  Kind  hat,
so  wundert  man  sich  nicht  darüber;  denn  man  konnte  nichts  anderes  von
ihm  erwarten;  wenn  aber  ein  gesunder  Mensch  elende  Kinder  in  die  Welt
setzt,  so  wirkt  eine  außerhalb  ihm  liegende  Ursache  mit,  etwas,  das  sich  in
den  meisten  Fällen  beseitigen  läßt.  Man  denke  nur  an  die  drei  genannten
Beispiele  und  was  sich  aus  dem  Leben  dieser  Frauen  ausschalten  läßt.
Bringen  wir  darum  klare  Kenntnisse  über  die  uns  umgebenden  Gefahren,
befähigen  wir  die  Frauen  zum  Kampfe,  und  dann  werden  wir  eine
andere  Nachkommenschaft  zu  erwarten  haben.

r*ni

Lebensregeln  für  die  Zeit  der  Schwangerschaft.

1.  Diät.  Der  von  Arzten  und  Nichtärzten  so  häufig  gebrauchte
Satz:  „Die  gewohnte  Lebensweise  fortsetzen“",  hat  nur  dann  Vollgültigkeit,
wenn  diese  Lebensweise  nicht  nur  „gewohnt"  ist,  sondern  auch  geprüft  und  für
gut  befunden  wurde.

Viele  gesunde  Menschen  haben  hinsichtlich  des  Essens  schlechte
Gewohnheiten,  die  während  der  Schwangerschaft  von  ungeahnten  Wirkungen
begleitet  sind  und  mit  Rücksicht  auf  das  werdende  Kind  durchaus  nicht
festgehalten  werden  dürfen:  ist  doch  die  Schwangerschaft  ein  ganz  besonderer
Zustand,  der  ganz  andere  Anforderungen,  als  unter  gewöhnlichen  Umständen,
an  die  Frau  stellt.  Über  alles,  was  sie  in  dieser  Zeit  ißt  und  trinkt  oder
nicht  genießt,  soll  sie  sich  Rechenschaft  geben.  Man  betrachte  nur  den
innigen  Zusammenhang  des  Kindes  mit  der  Mutter!  Man  stelle  sich  mit
Hilfe  unserer  Abbildungen  vor,  wie  jede  Blutwelle  in  den  Gefäßen  der
Mutter  auch  eine  Rückwirkung  auf  den  Mutterkuchen  und  durch  diesen  auf