Winke  fur  Bräute  und  junge  Ehefranen.  303

möchte  wissend  unter  solchen  Umständen  einem  Kinde  das  Leben  schenken?!
(Man  lese  im  III.  Teile  nach,  was  unter  „Herz=  und  Lungenkrankheiten“
gesagt  ist.)  Die  Art  des  Leidens  und  die  Art  seiner  Behandlung  sind  für
die  Aussichten  der  Kranken  maßgebend.  Nicht  jedes  Lungen=  oder  Herzleiden
  ist  hoffnungslos;  unter  Umständen,  z.  B.  bei  reiferen  Personen  und
wenn  die  Frau  gleichzeitig  eine  solche  Gebärmutterknickung  hat,  daß  Mutterschaft
  ausgeschlossen  bleibt,  kann  eine  ruhige,  glückliche  Ehe  seelisch  so  gut
wirken,  daß  die  Erscheinungen  des  Herzfehlers  sogar  zurücktreten.  Bei
vererbter  Lungenschwäche  aber  sind  Entbindungen  lieber  zu  verhüten,  nicht
nur,  weil  sie  die  Kräfte  der  Frau  grausam  zerstören,  sondern  weil  sie  mit
großer  Wahrscheinlichkeit  auch  dem  Kinde  anhaften  werden;  man  beugt  dann
einer  Empfängnis  vor,
indem  man  nach  Einholung

  eines  ärztlichen  «

Urteils  das  passendste,  t  1  l[
und  fürden  Ban  der  Frausimtrru———  —
sicherste  Verhütungs-  6%  *  7  «
mittel  (siehe  darüber  im
siebenten  Kapitel,  I.  Teil)  W
auswählt.  Man  ersieht  4  ...
daraus,  daß  das  Verbot  3
der  Verehelichung  nicht  —.,«

absolut  für  alle  Fälle  zu  ·  »  —
elten  brau  cht  Fig.  181.  Knöchernes  Becken  mit  Durchmessern.
g  1Querdurchmesser.  2  Schräge  Durchmesser.  3  Gerader
Bei  Fehlern  der  Wir-  Durchmesser.

belsäule  (siehe  „Heilkunde")

  handelt  es  sich  in  erster  Linie  darum,  ob  die  Beckenmaße  dadurch
beeinflußt  werden  oder  nicht.  Das  Becken,  Fig.  181  zeigt  uns  die  Durchmesser,
  die  man  sich  von  bestimmten  Punkten  aus  gezogen  denkt  und  die
eine  gewisse  Größe  besitzen  müssen,  um  den  Durchtritt  des  kindlichen  Kopfes,
der  sich  oberhalb  der  engen  Beckenhöhle  während  der  letzten  Schwangerschaftsmonate
  befindet,  zu  ermöglichen.  Das  sogenannte  „platte  Bercken“
entsteht  durch  eine  Verkürzung  des  geraden  Durchmessers,  der  vom
Schambein  zum  Kreuzbein  führt,  und  diese  Verkürzung  wird  durch  eine  zu
starke  Krümmung  der  Wirbelsäule  nach  vorne  herbeigeführt.  Eine  Verschiebung
  der  Wirbelsäule  nach  rechts  oder  links  kann  dieses  Vorspringen
der  Kreuzbeingegend  (des  „Promontoriums")  bewirken.  Ungeschicktes  Tragen
kleiner  Kinder,  schwacher  Knochenbau,  später  gewohnheitsmäßige  schiefe  Haltung
  bei  Schul=  und  Handarbeiten  hat  bei  schwächlichen  Kindern  sehr  oft
eine  solche  Verbiegung  zur  Folge,  die  niemand  beachtet,  die  aber  dennoch
den  Beckeneingang  verengt  und  später  sogar  ein  Geburtshindernis  werden
kann.  Fig.  231  stellt  die  schiefe  Haltung  eines  Kindes  bei  seinen  Schreib-—

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