Wie  gewinnt  mangesunde  und  schöne  Kinder?  307

seelischen  Kontakt  während  der  Vereinigung  fast  aufhebt.  Mehrwöchige
Trennung  der  Ehegatten  vor  der  Vereinigung,  um  die  Leidenschaft  zu
steigern,  kurze,  kalte  Tauchbäder  der  Frau,  die  nur  das  Becken  betreffen,
sind  auch  noch  zu  empfehlen,  um  günstige  Dispositionen  zu  schaffen.

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WMie  gewinnt  man  gelunde  und  schöne  Kinder?

Die  erste  Bedingung  dazu  bleiben  natürlich  gesunde,  begabte  und  gute
Eltern.  Kranke,  geistig  wenig  entwickelte,  bösartige  oder  von  bösen  Leidenschaften
  oft  bewegte  Eltern  haben  wenig  Aussicht,  gesunde,  schöne  und  begabte
Kinder  zu  erhalten.  Auf  alle  aber  wirken  außerdem  auch  äußere  Umstände
ein,  günstiger  und  ungünstiger  Art;  auf  ihre  Bedeutung  wollen  wir  hinweisen.
Im  allgemeinen  sieht  man  unter  der  ärmlichen  Bevölkerung,  die  mit  Not
und  harter  Arbeit  ununterbrochen  zu  kämpfen  hat  und  eine  alles  verfeinernde
Geistespflege  nicht  kennt,  wenig  oder  gar  keine  wirklich  schönen  Menschen,
viel  mehr  dagegen  unter  der  wohlhabenden  Bevölkerung,  welche  angeborene
Fähigkeiten  ganz  anders  zu  entwickeln  vermag  und  auch  vom  Säuglingsalter
an  wohlbedachte  körperliche  Pflege  genießt.  Dort  wirken  auf  Geist  und
Körper  nur  ungünstige  Einflüsse  ein:  Schmutz,  kleine,  dunlle  Räume,  ungenügende
  Nahrung,  Rohheit,  Häßlichkeit,  Dummheit,  Gleichgültigkeit;  hier
eine  helle  oft  reich  geschmückte  Umgebung,  Sorgfalt  und  Pflege  nach  allen
Seiten,  schönere  Menschen  mit  edleren  Umgangsformen  und  von  feinerer
Geistesbildung.  Wie  verschieden  sind  die  täglichen  Eindrücke,  die  eine  Mutter
während  der  Werdezeit  ihres  Kindes  da  und  dort  empfängt,  und  wie  machtvoll
  diese  ersten  Eindrücke,  die  das  Gehirn  der  Sänuglinge  schon  treffen!
Es  ist  nicht  gleich,  was  die  Frau  neun  Monate  sieht,  denkt,  wünscht,  und
es  ist  nicht  gleich,  in  welcher  Umgebung  der  Säugling  aufwächst.  Diese  oft
erprobte  Tatsache  mag  den  einen  Trost  spenden,  die  anderen  aber  anspornen,
ihren  zu  erwartenden  Kindern  die  besten  Lebensverhältnisse  zu  schaffen,  damt
sie  geistig  und  körperlich  schöne  Menschen  werden  können.

Auch  hier  können  wir  von  den  alten  Griechen  etwas  lernen.  Sie
legten  besonderes  Gewicht  darauf,  ihre  schwangeren  Frauen  in  eine  schöne
Umgebung  zu  versetzen,  um  sie  überall  dem  Einfluß  der  Schönheit  und  der
Kunst  auszusetzen,  und  wer  hat  schönere  Menschen  gehabt,  wer  ein  schöneres
Kunstideal  als  die  Griechen?  Ein  selbstbeobachtetes  Beispiel  aus  unserer
Zeit,  das  sowohl  den  geistigen  Einfluß  der  Mutter  auf  ihr  Kind,  wie  den
Einfluß  ihrer  Umgebung  auf  dieses  beweist,  können  wir  hier  anreihen:  Eine
zwanzigjährige,  junge  Frau  war  erfüllt  von  ihrer  Verantwortlichkeit  ihrem
noch  nicht  geborenen  Kinde  gegenüber;  geistig  begabt  und  kunstsinnig  suchte
sie  sich  recht  oft  künstlerischen  Eindrücken  auszusetzen  und  wünschte  lebhaft,

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