316  Erschwerte  Entbindung.

der  Kopf  tiefer  getreten  ist  und  daß  es  Zeit  wäre,  die  Geburt  anzutreiben,
dann  wende  man  heiße  Sitzbäder  an  von  36°  bis  40%  C.  und  zehn
Minuten  Dauer.  Sehr  empfindliche  Frauen  von  leicht  erregbarem  Temperament
  setzt  man  zuerst  in  356  C.,  streicht  den  Leib  von  allen  Seiten  und
gießt  dann  langsam  heißes  Wasser  zu.  Alle  zwei  Stunden  kann  man  ein
solches  Bad  machen.  Will  man  noch  mehr  antreibend  wirken,  dann  macht  man
der  Gebärenden  einen  kalten  Kreuz=  und  Bauchguß  und  bringt  sie  rasch
darnach  ins  Bett,  weil  die  Wehen  infolge  des  Kältereizes  dann  meist  heftiger
einsetzen  und  es  oft  plötzlich
  sehr  rasch  vorwärts
geht.  Auch  Wechselsitzbäder
  und  Sitzdampf
  werden  ber  trägem
  Geburtsvorgang  als
sehr  wirksam  gerühmt.

Bei  krampfartigen,
  sehr  schmerzhaften
  Wehen,  welche
wohl  die  Kräfte  verbrauchen,
  aber  die  Geburt
  nur  wenig  fördern,
muß  man  beruhigende
Anwendungen  machen.
Das  sind  warme  Bauchflasche
  (nicht  zu  heiß?)),
laue  Krenzpackung,  warme
Armbäder  und  Sitzbäder
von  35%  C.,  zehn  Minuten.
  Darnach  legt  sich

Massage  des  Rück  st  16.  sch  bei  Fett  meist  die  Aufregung  und
assage  des  Rückens  bei  Kreuzschmerzen,  bei  Fett-  »  ,  .  .
leibigen  und  Schwangeren.  ändern  die  Wehen  ihren

Charakter.  In  allen
diesen  Fällen  ist  ärztliche  Leitung  nötig,  da  wir  leider  noch  keine  Hebammen
haben,  welche  die  Wasserheilkunde  beherrschen  oder  genügende  allgemeine  Vorbildung
  für  ihren  verantwortungsvollen  Beruf  besitzen.  Nehmen  die  Kräfte
der  Kreißenden  sichtlich  ab,  scheint  es  also  nicht  geraten,  noch  länger
zuzuwarten,  steht  der  Kopf  des  Kindes  tief  genug,  um  gefaßt  zu  werden,
und  haben  alle  genannten  Mittel  nicht  genügt,  die  Wehen  zu  verstärken
und  die  Geburt  zu  beschleunigen:  dann  bleibt  als  letztes  Rettungsmittel,
das  die  Frau  rasch  von  ihrer  Qual  besreit  und  ein  lebendes  Kind  sichert,
die  Anwendung  der  Zange.  (Siehe  Seite  328  unter  „Geburtshilfliche
Operationen“.)