Erschwerte  Entbindung.  319

im  übrigen  läßt  sich  nur  durch  antreibende  Wasseranwendungen  wehenverstärkend
  einwirken.  Die  Weichheit  aller  Teile  ermöglicht  den  Durchtritt
trotz  der  Verbreiterung.

Die  Gesichtslagen  sind  nur  erschwerte  Geburten  bei  Schädellage.  Sie
regulieren  sich  oft  von  selbst  während  der  Geburt,  indem  sich  der  Hinterkopf
immer  mehr  verschiebt.  Von  Wichtigkeit  ist,  daß  stets  der  Rücken  des  Kindes
nach  oben  liegt  und  nicht  Gesicht  und  Bauch,  als  die  weicheren,  leichter  verletzbaren
  Teile.  Die  Drehung  findet  während  der  Geburt  ganz  von  selbst
statt.  Damit  dies  alles  rechtzeitig  eintreten  kann,  ist  es  von  Wichtigkeit,  daß

Fig.  189.
Wendung  des  Kindes  auf  die  Füße  und  Jußgeburt.

nicht  von  ungeschickten  Händen  „nachgeholfen“  wird,  sei  es  durch  äußeren
Druck,  sei  es  durch  vorschnelles  Anziehen  einzelner  Teile  von  unten,  da  dadurch
  zu  leicht  eine  Verschiebung  normaler  Verhältnisse  eintreten  kann.

Die  Querlage,  besser  gesagt  Schieflage,  wird  am  häufigsten  zur
Schulterlage,  indem  Rücken  oder  Bauch  sich  nach  vorn  drehen,  die  Schultern
nach  unten  gedrängt  werden  und  der  Kopf  zur  Seite  geschoben  wird.  In
dieser  Stellung  kann  das  Kind  natürlich  nicht  geboren  werden.  Sind  die
Wehen  stark,  endert  sich  die  Lage  nicht  von  selbst  oder  tritt  nicht  Kunsthilfe
ein,  so  können  der  harte  Kopf  und  die  Stelle,  wo  er  sich  einbohrt,  Verletzungen
erleiden  und  zu  Blutungen  in  die  Bauchhöhle  führen.  Die  Fig.  192  stellt
uns  eine  solche  Schieflage  dar.  Ihre  Ursache  ist  oft  nicht  nachzuweisen,
meistens  aber  sind  es  Mehrgebärende,  bei  welchen  sie  sich  einstellt;  oft  sind