320  Erschwerte  Entbindung.

es  auch  große  Gemütserregungen,  Kleinheit  der  Frucht  und  Schlaffheit  der
inneren  Genitalien,  die  Veranlassung  hierzu  waren.

Das  erste,  was  man  nach  Entdeckung  der  falschen  Lage  zu  tun  hat,  ist
Einhaltung  vollständiger  Bettruhe  und  warme  Leibaufschläge.  Darnach  löst
sich  oft  der  krampfartige  Zustand;  vorzeitig  eingetretene  Wehen  beruhigen  sich
wieder,  und  nach  12  bis  24  Stunden  finden  wir  das  Kind  in  normaler  Lage.
War  diese  Selbsthilfe  jedoch  nicht  mehr  zu  erreichen,  setzen  die  Wehen  immer
heftiger  ein,  dann  darf  man  mit  der  Kunsthilfe  nicht  zögern,  damit  durch
Verschleppung  des  Zustandes  das  Leben  des  Kindes  nicht  gefährdet  werde.
Der  Arzt  muß  dann  die  Wendung  auf  den  Kopf  ausführen  (Fig.  193
und  194)  oder,  wenn  diese  nicht  mehr  möglich  ist,  die  Wendung  auf  Fuß-Fig.

  190.  Fig.  191.  Fig.  192.
Gesichtslage.  Steißlage.  Querlage  (Schulterlage).

lage.  Die  Querlagen  sind  verhältnismäßig  selten,  aber  unter  ungünstigen-Umständen
  sind  sie  für  Mutter  und  Kind  bedenklich.

In  zwei  voneinander  gesonderten  Eihänten  sehen  wir  Zwillinge  nebeneinandergelagert
  (Fig.  197).  Das  Köpschen  des  linksseitigen  kleinen  Erdenbürgers
  steht  schon  über  dem  Beckeneingang;  er  wird  der  „Erstgeborene“
sein,  weil  seine  Fruchtblase  sich  früher  gestellt  hat.

Aus  Fig.  195  und  196  sind  die  Veränderungen  der  Kopfform  ersichtlich,
  die  durch  die  verschiedene  Einstellung  desselben  entsteht.  Der  Spitzkopf
ist  sehr  oft  zu  beobachten,  verliert  sich  aber  schon  in  wenigen  Tagen  nach.
der  Geburt.

Alle  möglichen  Kindeslagen  sind  hiermit  erschöpft.

c)  Bildung  des  Beckens.  Wir  haben  schon  an  anderen  Stellen
darauf  hingewiesen,  daß  Knochenerkrankungen  in  der  Jugend  zu  Beckenfehlern
führen,  welche  die  Veranlassung  schwerer  Geburten  werden  oder  auch  die
Geburtsmöglichkeit  vollständig  nehmen.  Der  häufigste  Beckenfehler  äußert  sich,