Erschwerte  Entbindung.  323

Härtung  der  Knochen  wird  bei  richtiger  Ernährung  des  Kindes  in  wenigen
Monaten  erzielt.  Nach  vorliegenden  Berichten  zu  schließen,  verläuft  die
weitere  Entwicklung  des  Kindes  in  günstiger  Weise.  Wie  wir  schon  aus
unserem  ersten  Kapitel  des  I.  Teiles  wissen,  ist  die  Festigkeit  des  Knochengewebes
  durch  Aufnahme  von  Kalksalzen  bedingt,  die  das  Kind  aus  dem
mütterlichen  Blute  schöpft;  führt  man  nun  diesem  durch  die  Nahrung  der
Mutter  weniger  Kalk  zu,  so  erhält  auch  das  Kind  weniger  davon.  Die  Diät
der  Mutter  darf  daher  nicht  Nahrungsmittel  enthalten,  deren  Reichtum  an
Erden  bekannt  ist.  Getreide,  Milch,  Wasser  sind  reich  an  Kalk;  sie  müssen
also  gemieden  werden,  nicht  minder  verschiedene  Früchte  und  Gemüse.  Der
englische  Arzt  Professor  Dr.  Collins  empfiehlt  diese  Methode  und  hat
viele  Erfolge  damit  erzielt.  Wir  bringen  im  nachfolgenden  eine  genaue
Diät  für  Frauen  mit  etwas  verengtem  Becken.

Die  Knochen  des  Kindes  bleiben  weicher,  und  —  ein  besonderer  Vorteil!
  —  infolge  geringerer  Mehlnahrung  und  sehr  geringer  Wasserzufuhr  ist
das  Kind  nicht  aufgeschwemmt,  nicht  fett,  sondern  kleiner  und  leichter  als
andere  Kinder  und  paßt  sich  somit  den  engen  Geburtswegen  besser  an.

Die  Diät  für  solche  Fälle  sei  also  etwa  folgendermaßen  zusammengestellt:

Frühstück:  Apfel  und  Nüsse  oder  Apfelsinen  und  Mandeln  (ohne
Brot  und  Kuchenl!).

Mittag:  Gemischte  vegetarische  Suppen  (nicht  dünn),  Mehlfrüchte
gedämpft  (Reis,  Sago,  Hirse,  Buchweizen,  Mais,  leichte  Mehlspeisen),  Gemüse,
  wie  Spargeln,  Gurken,  grüne  Erbsen,  Bohnen,  Blumenkohl,  Radieschen,
Lattich,  Sellerie,  Pilze,  grüne  Kohlarten,  dreimal  wöchentlich  bei  großem
Verlangen  darnach  mageres  Fleisch  von  Säugetieren  (also  hauptsächlich
Rind),  die  Tage  dazwischen  ein  bis  zwei  Eier;  Kompotte  von  Kirschen,
Birnen,  Aprikosen,  Prunellen.  Bleibt  die  Suppe  weg,  so  kann  bei  Verlangen
  darnach  eine  feine  süße  Speise  zum  Kompott  gegeben  werden.  (Derbe
Mehlspeisen  mit  Hefe  sind  ausgeschlossen,  und  wer  einfacher  leben  will,  kann
Suppe  und  süße  Speise  auch  weglassen.)

Abend:  Nur  Obst  je  nach  der  Jahreszeit  und  nach  vorliegenden  Angaben
  zusammengestellt.  6

Einen  dünnen  Kakao,  in  Milch  angekocht,  genieße  man  etwa  alle  Sonntage
  zur  Abwechslung,  Roggenkafsee  (nicht  Gerstel)  zwei=  bis  dreimal
wöchentlich  mit  Sahne  (nicht  Milch).  Fische,  weil  salzreich,  ferner  eingesalzene
Speisen,  wie  Schinken,  Salzgurken  und  andere,  oder  Käse,  außer  Quark,
vermeide  man  vollständig,  ebenso  Haferpräparate,  Hülsenfrüchte,  Spinat,
Möhren,  Kopfsalat,  Beerenobst.  Sie  enthalten  besonders  viel  Natron,  Kali,
Phosphor  oder  Kalk,  welche  nur  in  geringsten  Mengen  zugeführt  werden
dürfen.  Zitronenwasser  kann  bei  starkem  Durst  mäßig  genossen  werden;
übrigens  vermindert  sich  dieser,  wenn  Kochsalz  auf  das  äußerste  beschränkt

wird  und  man  sich  gewöhnt,  Obstsäfte,  wie  Apfelsinen-,  Ananas-,  Melonen-21“
