Erschwerte  Entbindung.  325

köpfen  sind  entweder  nicht  lebensfähig,  oder  sie  sind  sehr  kränklich  und  werden
nicht  alt.  Ihre  Erhaltung  ist  also  durchaus  nicht  wünschenswert.  Über  die
Ursache  ihrer  Entstehung  kann  nur  gesagt  werden,  daß  sowohl  gewisse  Kreislaufstörungen
  der  Mutter  wie  ein  zu  alter  Vater,  zuweilen  auch  kein  greifbarer
Grund  Wasserköpfe  veranlassen.  Die  übermäßige  Entwicklung  des  Kindes  im
Mutterleibe  kenn  man  zurückhalten,  indem  man  die  Mutter  nicht  so  üppig
leben  läßt,  wie  es  so  häufig  geschieht.  Nicht  „für  zwei“  essen  soll  sie,  nicht
Bier,  Unmengen  von  Mehlstoffen,  Fett  und  Fleisch  soll  sie  genießen,  damit
„der  Junge  recht  kräftig  und  groß  werde“,  sondern  ein  äußerst  mäßiges
Leben  führe  sie,  um  so  mehr,  wenn  sie  Erstgebärende  ist  und  sich  eine  leichte
Geburt  sichern  will.  Die  fetten  und  schweren  Kinder  haben  durchaus  nicht
immer  die  besten  Säfte  und  verursachen  Müttern  große  und  unnötige  Leiden,
die  mitunter  von  monatelangem  Siechtum  gefolgt  sind.  Also  keine  großen
Kinder  wünschen,  wohl  aber  eine  muntere  Mutter  mit  gesundem  Stoffwechsel!
Dann  gibt  es  auch  gesunde  Kinder.

Auf  andere  Mißbildungen,  die  sehr  selten  sind,  gehen  wir  nicht
näher  ein.

Nur  der  Zwillingsgeburt,  als  einer  geburtserschwerenden  Ursache,
erwähnen  wir  noch;  dann  der  seltenen  Bauchschwangerschaft.  Meist  ist
der  Geburtsverlauf  bei  Zwillingen  träge;  sehr  oft  sind  die  Früchte  auch  falsch
gelagert,  und  ihre  Ausstoßung  macht  trotz  guter  Wehen  keine  Fortschritte.
Dann  muß  erst  die  Wendung  gemacht  werden,  worauf  die  meist  kleineren
Früchte  leicht  geboren  werden.  Wenn  die  Kräfte  der  Mutter  aber  inzwischen
versagten,  so  muß  auch  da  Kunsthilfe  eintreten!

"  Genaue  ärztliche  Untersuchung  muß  verlangt  werden,  sobald  sich  auffallende
  Erscheinungen  einstellen,  z.  B.  Leibesumfang  weit  über  100  Zentimeter,
  an  gegenüberliegenden  Stellen  deutliche  Bewegung  kleiner  Teile,  große
Beschwerden  der  Mutter  mit  Blase,  Darm,  Magen  usw.  Oft  werden
Zwillinge  nicht  erkannt,  oft  werden  auch  welche  vorausgesetzt,  wo  doch  nur
ein  Kind  sich  vorfand,  es  ist  also  Vorsicht  nötig.  Das  sicherste  Zeichen  für
doppelte  Früchte  ist  doppelter  Herzschlag,  an  entgegengesetzten  Seiten
des  Bauches  deutlich  zu  vernehmen.  Doch  sind  auch  damit  schon  Irrtümer
vorgekommen.  Sind  die  Früchte  dagegen  klein  geblieben,  oder  tritt  die  Geburt
vorzeitig  ein,  dann  bleibt  die  Zwillingsschwangerschaft  meist  unerkannt,  die
Früchte  werden  leicht  geboren  und  sterben  bald  ab.

Eine  sogenannte  Bauchschwangerschaft  liegt  immer  dann  vor,
wenn  sich  das  Ei  nicht  in  der  Gebärmutterhöhle,  sondern  außerhalb  dieser
in  dem  Eileiter  oder  dem  Eierstocke  ansiedelt.  (Siehe  Fig.  198.)  Zuweilen
wird  die  Frucht  auch  unter  diesen  Verhältnissen  ansgetragen,  kann  aber
natürlich  nicht  geboren  werden  und  stirbt  ab.  Viel  häufiger  tritt  jedoch  eine
vorzeitige  Einreißung  des  Fruchtsackes  ein  mit  mehr  oder  minder  starker
Blutung.  Ergießt  sich  das  Blut  in  die  Bauchhöhle,  so  kann  der  Verblutungs-