Behandlung  der  Brüste.  347

Entartung  der  mütterlichen  Nährorgane  nimmt.  Eine  Kette  traurigster  Erscheinungen!
  Im  allgemeinen  sehen  wir  kräftig  arbeitende  Frauen  bei  einfacher
Ernährung  auch  mit  vortrefflichen  Milchorganen  versehen;  oft  kann  eine  solche
Bauernfrau  zwei  Kinder  gleichzeitig  sättigen,  so  groß  ist  ihr  Milchvorrat.
Als  Mädchen  ging  sie  aber  auch  nicht  in  engem  Korsett  einher,  war  nicht
mit  Weißstickerei  oder  Nähmaschine  beschäftigt,  sondern  mußte  stundenlang
schwere  Arbeit  auf  dem  Felde  leisten,  in  reinster,  bester  Luft,  bei  derbem  Schwarzbrot,
  Milch  oder  Most
und  Apfeln.  Mit
Leichtigkeit  gebar  sie
ihr  erstes  Kind,  und
der  Milchfülle  wußte
sie  sich  kaum  zu  erwehren.


Darum  verweisen
wir  immer  wieder  auf
die  Jugend.  Lasset
die  jungen  Mädchen
vernünftigen  Sport
treiben  und  auch  die
anstrengenden  Hausarbeiten
  nicht  scheuen,
kleidet  sie  locker  und

ärtet  sie  ab,  und  .  .  .

Pernm  Leim  eMüt«  Fig.  202.  Milchdrüsen  eines  Weibes  während  des  Stillens.
stungssahig  Von  der  unteren  Hälfte  ist  die  Hant  entfernt.  Man  sieht

ter  werden  der  Lohn  e  erissenbeeren  mit  ihren  Ansführungsgängen  und  die
-«  »  luschwellung  der  Hauptmilchgänge  vor  ihrem  Eintritt  in

dieser  Bemühungen  die  Warze.  Die  meisten  Drüsenbeeren  sind  durch  den  Schnitt

sein.  (Wir  verweisen  eröffnet.

auf  den  I.  Teil  unseres

Buches,  der  die  hiezu  nötigen  Anleitungen  gibt.)  Die  Brüste  dürfen
niemals  gedrückt  werden;  unbehinderte  Atemtätigkeit  erweitert  den
Brustkasten,  und  kräfstigende  Arbeiten,  mit  den  Armen  verrichtet,  stärken  die
Muskeln  der  Brust  und  des  Rückens;  dann  gibt  es  keine  verkümmerten  Brüste,
sondern  schöne,  volle  Büsten.  Zeigen  sich  bei  Mädchen  eingezogene  oder  zu
kleine  Warzen,  so  müssen  diese  behandelt  werden.  Die  Mutter  zupfe  sie  täglich
einige  Minuten  lang,  damit  sie  heraustreten  und  normale  Form  annehmen.
Sind  sie  verwachsen,  so  hole  man  bei  einem  Chirurgen  Rat  ein.  Oft  genügt
ein  Hautschnittchen,  um  die  Verwachsung  zu  lösen  und  brauchbare  Milchorgane
zu  schaffen.  Sehr  schlimm  ist  es  für  die  Mutter  und  noch  viel  mehr  für  das
Kind,  wenn  erst  nach  seiner  Geburt  entdeckt  wird,  daß  die  Warzen  verkrüppelt
  sind  und  das  hungrige  Kind  trotz  aller  Bemühungen  und  übervoller
  Brust  die  Warzen  nicht  fassen  kann.  Die  wertvolle  Milch  läuft