358  Erste  Pflege  des  Neugeborenen.

wirkt  als  eine  regelrechte  Nabelbinde  mit  Pelotte  und  doch  das  Hervortreten
des  Nabels  verhindert.  Dabei  kann  anstandslos  gebadet  werden,  und  auch
die  Eingeweide  werden  nicht  eingezwängt,  was  sowohl  Atmung  wie  Verdauung
beeinflußt.  Alle  14  Tage  erneuert  man  den  Verband,  und  nach  einigen  Monaten
ist  der  Bruch  bei  kleinen  Kindern  verschwunden.  Fig  425  und  426,  veranschaulichen
  uns  dieses  einfache  Verfahren,  das  jede  geschickte  Mutter  anwenden  kann.

Die  Reinigung  des  Neugeborenen  soll  möglichst  ohne  Seife  vor—
genommen  werden,  da  die  zarte  Haut  desselben  dergleichen  Reize  schlecht

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Fig.  209.  Niederknuft  auf  einem  Geburtsstuhl.
Nach  einem  Holzschnitt  vom  Jahre  1828.

verträgt.  Je  schwächlicher  das  Neugeborene  ist,  oder  wenn  es  nicht  ausgetragen
  wurde,  also  noch  unreif  geblieben  ist,  desto  reichlicher  ist  es  mit  einer
weißen  Schmiere  bedeckt,  welche  sich  nicht  immer  leicht  ablösen  läßt.  Man
erzwinge  dann  die  Reinigung  nicht  mit  einem  Bade,  sondern  wische  mit
weichen  Wattebäuschen  täglich  etwas  von  dem  Belage  ab,  bis  das  Kind  ganz
rein  ist.  Das  Badewasser  sei  in  kühler  Jahreszeit  29°%  R.  oder  37°  C.  Die
Erwärmung  des  Neugeborenen  ist  überhaupt  eine  der  wichtigsten  Aufgaben,
denn  seine  Wärmeverluste  sind  bedeutende.  Ohne  wärmende  Hille  liegt  es