Erste  Pflege  des  Neugeborenen.  365

Unterschied  besteht.  Wir  lassen  hier  die  Tabelle  aus  dem  „Archiv  für
physikalisch-diätetische  Therapie“  folgen,  die  uns  wichtige  Anhaltspunkte
  gibt:

Kali  Natron  Kalk  Magnesium  Eisen  Phosphorsäure  Chlor
Neugeborenes

Kind  7,8  9,1  36,1  0,90  0,8  38,9  7.7
Muttermilch  31,1  11,.,9  16,4  2,6  0,16  1,35  20,7

Wir  finden  hier  viel  zu  viel  Kali  und  viel  zu  wenig  Kalk;  viel  zu
viel  Chlor  und  viel  zu  wenig  Phosphor.  Der  phosphorsaure  Kalk  ist
aber  zum  Aupban  der  kindlichen  Knochen  so  sehr  wichtig,  der  Phosphor  für
alle  Zellkerne,  Eisen  —  das  auch  zu  wenig  vorhanden  —  für  das  Blut.
Wie  soll  aus  dem  Säugling  ein  kräftiges  Kind  werden,  wenn  die  Zufuhr
der  Nährstosfe  vom  ersten  Tage  an  eine  ungenügende  ist?

Woher  kommt  aber  das  Mißverhältnis  in  der  Muttermilch?  Jedenfalls
nur  aus  der  unrichtigen  Ernährung  der  Mutter,  die  wohl  reichlich
Eiweißstoffe  zu  sich  nimmt,  nicht  aber  nährsalzreiche  Nahrungsmittel,  wie
Obst  und  Gemüse.  Auch  Kochsalz  genießt  sie  viel  zu  viel  und  darum  der
Chlorüberfluß  in  ihren  Säften,  der  dem  Säugling  gewiß  nichts  nützt.

Darum  schenke  man  der  Diät  sängender  Mütter  viel  mehr  Aufmerksamkeit,
  als  dies  bisher  üblich  war,  und,  um  ganz  sicher  zu  gehen,  lasse  man
die  Muttermilch  wiederholt  analysieren.

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Wie  soll  die  Diät  der  fäugenden  Mutter  belchaffen  sein?

Wie  schon  an  anderen  Stellen  erwähnt  wurde,  darf  die  Nahrung  der
Mutter  nicht  zu  eiweißreich,  nicht  zu  fett,  nicht  zu  reich  an  Kochsalz  sein,
nicht  Alkohol  und  Gewürze  enthalten,  weil  dadurch  nicht  nur  die  Zusammensetzung
  ihrer  Milch,  sondern  auch  die  Verdaunng  des  Kindes  leidet.  Blähende,
saure  Speisen  machen  dem  Kinde  Leibschmerzen.  Nährsalzreiche  Gerichte
aber  muß  sie  sehr  bevorzugen,  damit  das  Kind  eine  richtig  zusammengesetzte
Milch  erhalte.  Sie  genieße  also  viel  Milch,  Spinat,  Hafer=  und  Weizenschrot,
Erdbeeren,  Vogelfleisch,  Körnerfrüchte,  Häuptelsalat,  Himbeeren,  Heidelbeeren
und  anderes  mehr.  Dann  werden  Kalk  und  Eisen  in  der  Milch  nicht  fehlen!
Die  Geburtsgeschichte  auf  Seite  333  lehrt,  daß  auch  eine  schwächliche  Frau
bei  solcher  Kost  eine  sehr  gute  Amme  wurde.  In  einem  anderen  Falle  konnte
eine  magere  junge  Frau  ihre  zwei  ersten  Kinder  bei  Fleisch=  und  Biergenuß
kaum  sechs  Wochen  nähren,  ihr  drittes  Kind  aber  bei  einer  Nahrung,  die
aus  Hafergrütze,  Kirschen,  Kuhmilch  und  zarten  Gemüsen  bestand,  zehn  Monate
lang,  wobei  ihr  Aussehen  ein  blühendes  wurde.

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