Krankhafte  Zustände  des  Säuglings.  379

Ausschläge  der  Neugeborenen.  Der  häufigste  Ausschlag  sind  die
Schälblasen,  welche  bei  schwächlichen  Kindern  gerne  auftreten.  Es  bilden  sich
in  den  ersten  14  Tagen  am  ganzen  Körper  Blasen,  welche  eine  gelbe  Flüssigkeit
enthalten  und  ineinanderfließen.  Man  läßt  sie  abtrocknen  und  wartet,  bis  sie  von
selbst  springen  und  sich  entleeren.  Bei  Hitze  und  Unurnhe  des  Kindes  wickelt  man
es  in  ein  nasses  laues  Tuch,  das  sehr  beruhigend  wirkt.  Wechsel  der  Kuhmilch  oder
strenge  Diät  der  säugenden  Mutter,  warme  Bäder  mit  etwas  Zusatz  von  Salbeiabkochung
  bringen  die  Blasen  rascher  zur  Abheilung.  Bei  Syphilis  der  Eltern
kommen  die  Früchte  sehr
oft  mit  diesen  Schälblasen
(Pemphigus  siph.)  zur
Welt.  Wo  man  im  Unklaren
  ist,  forsche  man
genau  nach  früheren  Erkrankungen
  des  Vaters,
nach  früheren  Kuren  und
berate  sich  mit  einem  er-  ç
fahrenen  Kinderarzt.

Auf  dem  Kopf  entwickeln
  sich  ferner  Kru-  *  «  *.
sten,  welche  die  Haare  6  sW..5
verkleben  und  bei  wohfl  —
genährten  Säuglingen
oft  monatelang  anhalten.
Sie  entstehen  durch  eine
krankhafte  Absonderung  #
der  Kopfhaut  und  bilden  5
bei  vernachlässigten  n—
dern  oft  dichte  Kappen.  15

Gleich  am  Beginn  müssen  Fig.  218.  Sitzbad  eines  Sänglings.

sie  durch  Bäder  und  Einfettung
  erweicht  und  vorsichtig  abgelöst  werden.  Niemals  aber  benütze  man
Kämme  dazu  oder  kratze  mit  den  Fingern  festhängende  Stellen  los,  worauf
wunde  und  blutende  Stellen  entstehen;  denn  dieses  Verfahren  vermehrt  nur
den  schon  bestehenden  Reiz  und  erzeugt  neue  Krustenbildung.  Kleine  kühle
Klystiere  bei  bestehender  Hartleibigkeit,  Wechsel  der  Nahrung,  nachts  eine
kühle  Rumpfpackung,  Ollappen  auf  wunde  Stellen  und  Luftwechsel  wirken
umbildend  auf  den  Stoffumsatz.  Beeinflussung  des  ganzen  Organismus  wird
mehr  bewirken,  als  medizinische  Behandlung  des  Ausschlages.  Kopfwaschungen
mit  Eichenrindenabkochung  wirken  zuweilen  sehr  günstig  ein.

Das  „Schlucken"  der  Neugeborenen.  Wenn  die  Kinder  zu
gierig  getrunken  haben  oder  häufig  frieren,  so  entsteht  ein  Reiz  im  großen