Kleidung  des  Kindes.  391

Zuständen  am  Platze  und  dann  2—3  mal  wöchentlich  zu  geben.  Viel  wichtiger
als  Wasserbäder,  weil  natürlicher  für  den  menschlichen  Organismus,  sind  die
Luftbäder,  mit  welchen  man  schon  beim  Säugling  beginnen  kann.  Warme
Luft,  Sonnenschein,  eine  weiche  Unterlage  sind  für  diesen  Vorbedingung.
Man  beginne  mit  fünf  Minuten  Dauer  und  dehne  das  Bad  je  nach  Jahreszeit
  und  Befinden  aus.  Stets  beobachte  man  dabei  ihren  Einfluß  auf
Appetit,  Stuhlgang,  Schlaf  und  Stimmung  des  Kindes.

Noch  haben  wir  einige  Worte  über  die  Badegefäße  zu  sagen.  Gewöhnliche
  kleine  Blechwannen,  welche  man  mit  einem  Barchenttuch  auskleidet,
genügen  für  den  Säugling.  Will  man  sich  selbst  mehr  Bewegungsfreiheit
schaffen  und  dem  noch  unbeholfenen  Kinde  eine  gesicherte  Lage  geben,  so
ist  für  verlängerte  Bäder  die  Benützung  der  Badeschankel  zu  empfehlen;  sie
ist  von  Frau  Galtiker  in  Dresden  erfunden  und  in  den  Handel  gebracht,  sie
besteht  aus  einem  Stück  weichen  Zeug,  das  in  die  Wanne  hineingehängt  wird,
so  daß  das  Kind  im  Wasser  schwimmt.  Diese  Vorrichtung  ist  besonders  für
Kräuterbäder  angebracht.

Auf  das  Baden  im  Freien,  siehe  Abteilungs-Karton  erster  Teil,  machen
wir  noch  insbesondere  aufmerksam.  Das  Plätschern  in  einem  Bach  im
Sonnenschein  und  in  fröhricher  Gesellschaft  gehört  für  die  Kinder  zu  den
schönsten  Belustigungen  und  führt  auch  zur  wirksamsten  Abhärtung.

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Die  Kleidung  des  Kindes.

Sie  sei  weich,  durchlässig,  locker,  leicht  und  doch  warm;  daher  eignet
sich  nicht  kaltes,  steifes  Leinen  dazu,  nicht  dichtgewebter  Barchent,  nicht  erhitzende
  Wolle,  sondern  nur  feiner  Baumwolltrikotstoff,  Mull,  Byssusstoffe
  usw.,  die  alle  die  geforderten  Eigenschaften  besitzen.  Man  stelle  davon
kurze  Hemdchen  und  Windeln  her,  also  diejenigen  Bekleidungsstücke,  welche
die  Haut  direkt  berühren.  Sie  halten  Ansdünstungen  nicht  zurück  und  sind
dennoch  warm.  Darüber  kann  man  dann  Jäckchen  und  eine  zweite  Windel
aus  Flanell  geben.  Die  Hemdchen  müssen  am  Rücken  geschlossen  werden  und
nur  bis  zur  Leistengegend  reichen,  damit  sie  nicht  jedesmal  benetzt  werden,
wenn  die  Windel  naß  wird.  Diese  kreuzt  man  zwischen  den  Beinen  und
legt  die  Enden  so  unter  das  Gesäß,  daß  sie  möglichst  viel  Feuchtigkeit  aufzusaugen
  vermögen.  Fig.  221  stellt  das  Einlegen  der  Windel  dar.  Auf
diese  Weise  werden  die  Ausscheidungen  des  Darmes  und  der  Blase  zusammengehalten
  und  eine  Beschmutzung  des  Tragkissens  verhindert.  Um  auch
das  Durchsickern  der  Feuchtigkeit  zu  verhüten,  legt  man  unter  diese  Windel
ein  kleines  Gummituch,  Bettuch  oder  Guttaperchastoff  oder  ein  Säckchen