Kleidung  des  Kindes.  393

Nabelbinde  wende  man  nur  so  lange  an,  als  der  Nabel  wund  ist  und
noch  des  Schutzes  bedarf;  sobald  er  verheilt  ist  und  gutes  Aussehen  hat,  ver—
meide  man  jeden  Wickel,  weil  er  begreiflicherweise  immer  einen  Druck  auf
die  Eingeweide  des  Kindes  ausübt  und  die  Verdauungsarbeit  hemmt.  Vom
ersten  Lebenstage  des  Säuglings  an  bleibe  es  unser  Prinzip,  jeden  Druck,
jede  Belästigung  durch  die  Kleidung  zu  vermeiden  und  schon  den  Säugling

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Fig.  222.  Steck=  oder  Tragkissen.
U.  Unterlage  (Gummi).  AAl.  Matratze.

ungehemmt  und  ungehindert  strampeln  zu  lassen.  Länger  als  acht  bis
vierzehn  Tage  braucht  man  Nabelbinden  nicht.  Ihrer  größeren  Festigkeit
wegen  macht  man  sie  lieber  aus  Leinenstreifen  von  sechs  bis  sieben
Zentimeter  Breite.

Die  breiten  Wickelbänder,  mit  welchen  man  das  bedauernswerte  Menschenkind
  in  der  Leibesmitte  fest  umwickelt,  um  seinem  Rückgrat  Halt  zu  geben  und
den  langen  Tragrock  zu  befestigen,  wie  sie  in  vielen  Gegenden  noch  üblich
sind,  bleiben  für  das  Kind  ebenso  qualvoll  wie  schädlich;  denn  sie  hemmen
die  Atmung  bedentend  und  drücken  auf  Magen  und  Darm.  Eine  hygienische
Kinderpflege  bannt  sie  in  die  Rumpelkammer,  wo  die  veralteten  Einrichtungen