394  Kleidung  des  Kindes.

des  Vorurteils  und  Aberglaubens  aufbewahrt  werden.  Fig.  212  zeigt  uns
ein  eingewickeltes  Kind,  wie  es  nicht  gekleidet  sein  soll.

Bum  Schube  der  Leibwäsche  lasse  man  Säuglinge  während  des  Trink-2

  aktes,  oder  wenn  sie  öfter  speien  oder  stark  speicheln,
Lätzchen  aus  weichen  Stoffen,  welche  Feuchtigkeit
gut  aufsaugen,  tragen.  Gehäkelte  und  hübsch  verzierte
Lätzchen  sind  sehr  beliebt;  sie  lassen  aber  Feuchtigkeit
zu  leicht  durch  und  müssen  daher  noch  eine  wasserdichte
  Unterlage  haben.

Sehr  praktisch  sind  weite  Bademäntel  aus
weichem  Barchent,  in  die  man  das  Kind  nach  jedem
Bad  hüllt.  Ist  es  sehr  schläfrig  oder  leidend,  dann
emnpfiehlt  es  sich,  dasselbe  mit  der  Bekleidung  zu  verschonen
  und  es,  zum  Schlafen  oder  Trinken  bereit,  in
dbiese  lockere,  ihm  sehr  angenehme  Hülle  nackt  zu
–  legen.  Die  Kleinen  werden  mit  dem  „Anziehen“,

Fig.  223.  das  ihr  körperliches  und  seelisches  Gleichgewicht  un-Unterkleid

  für  Kinder  mit  nötigerweise  unterbricht,  viel  zu  viel  gequält,  ausge-Rockträgern.
  kühlt  und  in  ihrer  Behaglichkeit  gestört.  Man  lasse

Nach  Fri.  Hardt.  sie  so  viel  als  möglich  unbekleidet.

Das  Bettchen,  als  zur  Kleidung  gehörend,  bestehe  aus  Roßhaarmatratze,
Steppdecke,  Federbett  und  Roßhaarkissen.  Nach  Bedürfnis,  d.  h.  je  nach  Jahreszeit
  oder  dem  Gesundheitszustand  des  Kindes,  wird  einmal  Steppdecke,  ein  andermal
  das  Federbett  bevorzugt;  ein  schwaches  Kind,  das  ohne  Mutterbrust  heranwachsen
  muß,  häufig  kalte  Händchen
oder  Füßchen  hat,  muß  besonders  im
Winter  auch  zur  Unterlage  ein  Federbett
haben,  da  kein  Füllmittel  so  warm  hält
wie  unsere  braven  Gänsefedern  alter
Mode.  Doch  muß  man  sie  häufig  lüften
und  sonnen,  da  sie  bekanntlich  Ausdünstungen
  in  hohem  Grade  festhalten  und
dadurch  dann  ungesund  werden.

Das  Kopfkissen  mit  Federn  zu
s.  s  füllen,  ist  nicht  rätlich,  weil  der  Kopf
Fig.  224.  Windelhosen.  nicht  nur  unbedeckt  (ohne  Häubchen!),
sondern  auch  kühl  gehalten  werden  soll.
Das  Schwitzen  am  Kopfe  beobachtet  man  sehr  häufig  bei  Kindern,  die  immer
auf  Federn  liegen.  Es  schwächt  die  Kopfhaut  und  beweist,  daß  zu  viel  Blut
nach  dem  Kopfe  geleitet  wird.  Weiches  Roßhaar,  im  Sommer  mit  weißem
Leinenüberzug,  im  Winter  mit  Trikot,  eignet  sich  für  die  Unterlage  des
Kopfes  am  besten.