418  Einführung  heranreifender  Kinder  in  sexuelle  Angelegenheiten.

Ohrenkappe  von  Hawehs,  die  man  monatelang  während  der  Nacht  an—
legen  muß,  um  die  Stellung  der  Ohrmuscheln  zu  verändern.  Wie  Fig.  258
zeigt,  erhitzt  sie  nicht,  übt  aber  einen  gleichmäßigen  Druck  auf  beide  Ohren
aus,  so  daß  diese  sich  schließlich  dem  Kopfe  anlegen.

Für  vornübergebeugte  Haltung  und  abstehende  Schulterblätter  können
wir  zur  Verbesserung  der  Haltung  den  Geradhalter  nach  Bovier  ssiehe
Fig.  259)  empfehlen,  neben  entsprechender  Rückenmassage  und  Gymnastik,
um  die  Ursache  der  schlechten  Haltung  zu  bekämpfen.

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Die  Einführung  unserer  beranreifenden  Kinder  in  sexuelle
AUngelegenbeiten.

„Ist  das  überhaupt  nötig?“  wird  mancher  Leser  beim  Anblick  dieser  überschrift
  denken.  Um  Mißverständnissen  vorzubeugen,  soll  sogleich  betont  werden,
daß  es  sich  nicht  um  Einführung  von  Kindern  in  sexnelle  Gebiete  handelt,
die  noch  unbefangen  in  ihrer  kindlichen  Welt  leben,  sondern  um  die  Aufklärung
heranwachsender,  denkender,  junger  Menschen,  die  auf  die  rechte  Bahn  geleitet
  und  vor  Verirrungen,  die  in  unserer  Zeit  leider  schon  sehr  frühzeitig
beginnen,  bewahrt  werden  sollen.  Auf  die  Frage,  in  welchem  Alter  die  Belehrung
  zu  beginnen  habe,  antworten  wir,  daß  dieses  nach  der  Individnalität
der  Kinder  sehr  verschieden  ist.  Im  allgemeinen  gelte  der  Rat,  erst  dann
zielbewußt  anzufangen,  wenn  das  Kind  selbst  mit  bestimmten  Fragen  kommt  und
wenn  wir  bemerken,  daß  es  zu  suchen  beginnt.  Man  greife  also  niemals  vor,
noch  viel  weniger  stoße  man  den  kindlichen  Geist  gleichsam  darauf.  Ist  der  Geist
des  Elternhauses  ein  reiner,  besitzt  die  Mutter  das  Vertrauen  ihrer  Kinder,  so
werden  sie  an  allem  Gemeinen  unberührt  vorübergehen,  und  es  wird  sich  bei.
hygienischer  und  vernünftiger  Erziehung  niemals  diese  sexuelle  Frühreife,  mit
Neugierde  und  Genäschigkeit  gepaart,  entwickeln,  die  man  bei  seelisch  vernachlässigten,
  nervösen  Kindern  der  Großstädte  so  häufig  findet.  Unbefangenheit
des  Kindes  ist  seelische  Gesundheit!  Denkende,  reine  Kinder  aber,  die  gute
Schulbildung  genießen,  stellen  oft  schon  mit  10  Jahren  Fragen,  die  eine
ängstliche  und  mit  Naturwissenschaften  nicht  vertraute  Mutter  in  arge  Verlegenheit
  stürzen.  Letztere  hat  dann  die  bekannten  Märchenlügen  gezeitigt,
die  bei  gescheiten  Kindern  sehr  bald  ein  schädliches  Mißtrauen  erregen  und
nur  gefährliche  Neugierde  wecken.  Jedes  Kind,  das  denkt  und  fragt,  muß
seinen  Kenntnissen  entsprechend  eine  durchaus  befriedigende  und  wahrheitsgemäße

  Antwort  erhalten.  Nehmen  wir  ein  Beispiel  aus  dem  täglichen  Leben
zur  besseren  Verständigung:  ein  11  jähriges  Mädchen  sieht  eine  Kuh,  „deren
Umfang  ganz  auffallend  ist;  dazu  hört  sie  die  Bäuerin,  welche  täglich  Milch
ins  Haus  bringt,  vom  „Kalben“  reden;  die  nächste  Frage  wird  nun  sein: