Abschuppung.  433

bewähren  sich  ganz  vortrefflich  bei  Furunkeln  und  Abszzessen,  indem  sie  das
Blut  an  die  Haut  leiten  und  indem  die  hohe  Wärme  die  Reifung  noch  harter
Knoten  beschleunigt  oder  den  in  der  Tiefe  angesammelten  Eiter  nach  außen
zieht.  Stuhlverstopfung  lasse  man  nie  entstehen,  die  allein  Ursache  der
Jurunkel  werden  kann.  Vor  innerlichen  Arzneien,  Salben  oder  geheimnisvollen
Pflasiern  sei  gewarnt.  Vor  starkem  Fluß  der  Geschwüre  fürchte  man  sich
nicht;  je  reichlicher  Flüssigkeiten  ausgestoßen  werden,  desto  schneller  heilen  die
Geschwüre.  Die  blauen,  meist  vertieften  Narben,  die  von  großen  Furunkeln
zurückbleiben,  beeinflußt  man  günstig  durch  Massage,  Sonnenbäder  und  kühle
Übergießungen.

Hat  man  kein  abgekochtes  Wasser  zur  Hand  und  fürchtet  man  Verunreinigung
  der  Wunden,  dann  setze  man  dem  Wasser  einige  Tropfen  Wasserstoff-Superoxyd
  zu.  Es  ist  nichts  anderes  als  Wasser  mit  vermehrtem
Sauerstoffgehalt,  wirkt  keimtötend,  ohne  jedoch  zu  ätzen,  und  regt  die  Gewebe
an.  Wo  Sauerstoff  fehlt,  tritt  Vermoderung,  Tod  ein;  wo  er  reichlich  vorhanden
  ist,  zeigt  sich  vermehrtes  Leben.

Hblschuppung  wird  nach  akuten  Ausschlägen,  z.  B.  nach  Scharlach
und  Masern,  bei  allerlei  trockenen  Ausschlägen  an  der  Kopfhaut  und  bei
trockener  spröder  Haut  an  gesunden  Körperteilen  beobachtet.  Worin  besteht
die  Abschuppung  eigentlich?

In  einem  Abfallen  der  obersten  Hautzellen,  der  sogenannten  Epidermiszellen,
  die  weder  Kern  noch  Stoffwechsel  haben  und  in  dichter  Lage  eine
unempfindliche  Schicht  bilden,  unsere  „Oberhaut“  oder  Epidermis.

Sie  bestehen  aus  weißen,  kleinen  Schüppchen,  die  oft  wie  Mehl  auf
dunklen  Halskrägen  liegen,  wenn  wir  an  den  lästigen  Kopfschuppen  leiden;
sie  können  auch  als  kleine  Hautfetzen  abgehen,  wenn  sie  fest  und  dicht  verklebt
sind.  Viele  Tausende  solcher  Schüppchen  stößt  jeder  Mensch  täglich  ab,
während  sich  immer  neue  von  unten  aus  bilden.  Bei  gesunden  Menschen
aber,  die  eine  ungeschwächte  Haut  haben,  merkt  und  sieht  man  nicht  viel  von
dieser  Abschuppung.  Wird  sie  deutlich  sichtbar,  wie  beispielsweise  auf  dem
Halskragen,  dann  ist  ein  krankhafter  Vorgang  dahinter,  eine  unnatürliche
Trockenheit  der  Haut,  eine  Verkümmerung  der  Talgdrüsen  derselben,  die
nicht  unbeachtet  bleiben  sollte.

Behandlung.  Handelt  es  sich  nur  um  Schuppenbildung  auf  dem  Kopf,
so  wird  man  durch  häufige  Übergießungen  desselben  mit  Wasser  von  340°  C.
mit  nachheriger  warmer  Einpackung  des  Kopfes,  ferner  durch  öfteres  Fetten  der
Haare,  z.  B.  mit  Nußöl,  eine  gute  Wirkung  erzielen.  Auch  Eintupfen  des
Haarbodens  mit  Kränteressenzen  wirkt  belebend.  Das  Kämmen  mittelst
scharfer  Kämme  vermeide  man;  denn  derartige  Reizungen  vermehren  nur  die
Schuppenbildung  des  Kopfes.

Handelt  es  sich  um  Abschuppung  anderer  Körperstellen  ohne  bestehende
Hautkrankheiten,  dann  dienen  fettige  Einreibungen  mit  Vaselin  oder  Lauolin

Die  Frau  als  Hausärztin.  28