436  Achselschweiß.

wird  unter  „Abzehrung“  häufig  „Schwindsucht“  (Lungentuberkulose)  gemeint,  da
tatsächlich  nur  wenig  andere  schwere  Krankheiten  eine  so  sichtbare  Abmagerung
im  Gefolge  haben,  wie  gerade  ein  unheilbares  Lungenleiden.  Die  Bezeichnung
  „Schwindsucht“,  d.  i.  ein  unaufhaltsames  Schwinden,  „Wenigerwerden“,
  ist  ja  auch  ein  sehr  treffender  Ausdruck.

Wer  an  solcher  zunehmenden  Abmagerung  leidet,  soll  sich,  auch  wenn  er
sich  anscheinend  wohl  fühlt,  wie  dies  sogar  recht  häufig  im  Anfangsstadium  der
Lungentuberkulose  oder  des  Krebses  vorkommt,  vom  Arzte  gründlich  untersuchen
lassen  und  eine  wahrheitsgemäße  Diagnose  verlangen,  um  bei  drohender  Gefahr
noch  Heilungsversuche  unternehmen  oder,  wenn  bereits  wenig  Hoffnung
auf  Heilung  vorhanden  ist,  wenigstens  die  beste  Lebensweise  beobachten  und
seine  übrigen  Lebensverhältnisse  ordnen  zu  können.  Würden  alle  Menschen
ernst  und  streng  handeln  und  nicht  aus  Angst  vor  Gefahren  der  Wahrheit
aus  dem  Wege  gehen,  so  würden  viel  Elend  und  Not,  Verwirrung  und
nicht  gutzumachende  Versäumnisse  aus  der  Welt  geschafft  werden.  Möchte
keiner  versäumen,  „sein  Haus  beizeiten  zu  bestellen“;  eine  drohende,  schwere
Krankheit  erscheine  ihm  als  ein  mahnendes  Warnungszeichen,  das  er  nicht
ängstlich  und  unverständig  von  sich  schieben  soll.

AUchlelsch  weiß.  Bei  vielen  Frauen  ist  übermäßiges  Schwitzen  in
der  Achselhöhle  ausgebildet.  Teils  entsteht  es  durch  ungünstige  Bekleidung,
teils  bei  Fettleibigkeit,  bei  Nervenschwäche  usw.  Es  beweist  nur  eine  übermäßige
  Tätigkeit  der  Schweißdrüsen,  die  bei  jedem  Reiz  Flüssigkeit  absondern.
Wie  sehr  dieser  Schweiß  lästig  wird,  wie  er  Wäsche  und  Kleider  verunreinigt,
  Farben  verändert,  die  Haut  aufweicht,  wie  er  juckt  oder  häßlichen
Geruch  verbreitet,  ist  allgemein  bekannt.  Es  sind  daher  auch  allerlei  Schweißeinlagen
  in  Gebrauch  gekommen,  aus  Gummi,  Wachstaffet  oder  aufsangungsfähigen
  Stoffen  bestehend,  die  aber  den  Nachteil  haben,  daß  sie  die  Achselhöhlengegend
  nur  noch  mehr  vom  Zutritt  der  äußeren  Luft  abschließen,  ohne
verbessernd  auf  den  Zustand  selbst  einzuwirken;  viele  schützen  nicht  einmal
die  Kleider  genügend.

Behandlung.  Durchlässige  Kleidung  für  den  ganzen  Körper,  Trikotwäsche
  statt  Leinen  und  Schirting,  Beseitigung  einseitiger  Druckwirkung  wird
gegen  übermäßigen  Schweiß  im  allgemeinen  oder  gegen  vermehrten  örtlichen
Schweiß  sehr  wirksam  sein,  weil  die  Wärmeausstrahlung  sowie  die  Hautausdünstung
  an  allen  Stellen  des  Körpers  in  gleichem  Grade  stattfindet.  Dann
sorge  man  für  passende  allgemeine  Hautpflege,  also  Bäder  und  Massage,  welche
die  Hauttätigkeit  anregen  und  von  der  übermäßig  funktionierenden  Stelle  ableiten.
  Treten  Achselschweiße  bei  Gemütserregungen  oder  geistiger  Anspannung
ein,  obwohl  man  gleichzeitig  vielleicht  friert,  dann  handelt  es  sich  nur  um
eine  „nervöse“  Erscheinung,  die  uns  auffordert,  auch  nach  anderen  ähnlichen
Erscheinungen  zu  suchen.  Die  Behandlung  der  Nervenschwäche  muß  dann
in  den  Vordergrund  treten  (siehe  „Nervenschwäche“).