Alenronatbrot  —  Allopathie.  449

Die  einfachste  Harnprobe  ist  die  „Kochprobe“.  Man  braucht  dazu
Reagensgläser  und  eine  kleine  Spirituslampe  (auch  aus  Glas  für  diesen  Zweck).
Man  erhitzt  den  Harn  in  den  Glasröhren  vorsichtig  über  dem  Lämpchen,  bis
die  Flüssigkeit  aufwallt;  enthält  sie  Eiweiß,  so  trübt  sie  sich  schon  während  der
Erwärmung  und  verwandelt  den  durchsichtigen  gelben  Harn  in  eine  undurchsichtige
Flüssigkeit,  als  ob  sie  durch  Milch  getrübt  wäre.  Da  es  jedoch  auch  vorkommt,
daß  durch  die  Erhitzung  nur  phosphorsaure  Erden  (Erdphosphate)  ausgeschieden
werden,  so  macht  man  die  Gegenprobe:  man  setzt  einige  Tropfen  Essigsäure
zu,  die  den  Harn  sofort  klärt,  wenn  er  eiweißfrei  ist,  weil  kohlensaure  Magnesia.
und  Kalk  in  Säuren  sich  leicht  lösen.  Im  andern  Falle  bleibt  er  trübe.

Die  Trübung  des  Harnes  bei  Eiweißgehalt  entsteht  durch  Gerinnung
des  Eiweißes,  das  erst  dann  als  kleine  Flocken  sichtbar  wird.  (Siehe  „Urinuntersuchung").


Hleuronatbrot  wird  bereitet,  indem  man  Pflanzeneiweiß  (als  Kleber)
dem  Gebäcke  zusetzt,  so  daß  es  etwa  50%  Eiweiß  und  30%  Stärkemehl
enthält.  Es  ist  daher  sehr  nahrhaft,  wäre  aber  nur  bei  im  übrigen  eiweißarmer
  Nahrung  am  Platze.  Sein  Geschmack  ist  nicht  allen  Menschen  zusagend.
(Siehe  „Gebäcke“  im  I.  Teil,  zweites  Kapitel  „Ernährung“.)

Alkohol.  Siehe  zweites  Kapitel,  I.  Teil,  unter  „Getränke“.

Alkohol  ist  ein  Gift,  das  nur  in  großer  Verdünnung  und  selbst  dann
niemals  schadlos  ertragen  wird.  Er  ist  der  wesentliche  Bestandteil  unserer
beliebtesten  Getränke  und  wirkt  in  erster  Linie  auf  das  Nervensystem,  indem
er  die  Stimmung  beeinflußt,  unsere  Gefühle  erregt  und  die  Urteilskraft
schwächt.  In  größeren  Mengen  genossen,  versetzt  er  in  den  Zustand  der
Trunkenheit  und  entwürdigt  den  Menschen  unter  das  Tier.  Bei  lebenslänglichem
  Genuß  legt  er  den  Grund  zu  chronischen  Krankheitszuständen  und  hat
auf  diesem  Wege  schon  ungemessenes  Elend  über  jene  Völkerschaften  gebracht,
die  sich  ihm  ergaben.  An  den  Frauen  ist  es,  seine  Gefährlichkeit  einzusehen,
sich  im  Interesse  ihrer  Kinder  und  ihrer  eigenen  Gesundheit  davon  frei  zu
halten  und  ihre  Männer  und  Söhne  vor  ihm  zu  bewahren.  Wer  dem  Teufel
Alkohol  einmal  verfällt,  ist  meist  rettungslos  verloren!

Unsere  6.  Tafel  „Wirkung  des  Alkohols“  führt  uns  die  furchtbaren
Veränderungen  vor,  die  starker  Alkoholgenuß  mit  der  Zeit  bewirkt.  Wir
sehen  aus  dem  hübschen  Gesicht  des  Jünglings  das  verwüstete  Trinkergesicht
entstehen  und  die  krankhafte  Veränderung  innerer  Organe,  wie  der  Leber,  des
Magens  und  der  Niere.

Wer  da  weiß,  wie  notwendig  ihre  ungestörte  Funktion  zur  Erhaltung
der  Gesundheit  ist,  der  kann  ermessen,  welchem  Elend  der  Trinker  entgegengeht,
  der  die  Gesundheit  dieser  Organe  einge  büßt  hat.

Hllopatbie  ist  ein  griechisches  Wort  und  bedeutet  die  Heilart  mit
Mitteln,  die  eine  dem  Übel  entgegengesetzte  Wirkung  hervorbringen;  Allopathie

Tie  Frau  als  Hausärztin.  29