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ist  der  Gegensatz  zur  Homöopathie.  Mehr  noch  unterscheiden  sie  sich  aber
durch  die  Größe  der  Arzneigaben.  Man  hört  gegenwärtig  sehr  häufig  von
ihnen  sprechen,  weil  auch  die  Heilkunde  verschiedene  Richtungen  umfaßt,  die
voneinander  getrennt  werden  müssen.  Sie  unterscheiden  sich  untereinander
sowohl  durch  die  Beurteilung  der  Krankheit  wie  durch  die  heilensollenden
Methoden,  die  sie  lehren  und  üben.  Man  kann  drei  Hauptgruppen  bilden,
in  welche  sich  mehr  oder  minder  alle  Heilmethoden  einreihen  lassen:  1.  die
Allopathie,  2.  die  Homöopathie,  3.  die  Naturheilmethode  oder
ohysikalisch-diätetische  Methode.

Die  Allopathie  ist  gleichbedeutend  mit  der  herrschenden  Schulmedizin,
die  das  Erbe  des  Mittelalters  in  bezug  auf  Arzneimittelglauben  angetreten  hat.
Die  ältere  Richtung  vertritt  einseitige  Wissenschaftlichkeit,  alle  Konsequenzen  der
Bakterienlehre  und  hofft  durch  Experimente  an  lebenden  Tieren  Neues  zum
Wohle  der  kranken  Menschheit  zu  entdecken.  In  der  Chirurgie  hat  sie  im  letzten
Jahrhundert  große  Fortschritte  gemacht,  sie  wagt  die  kühnsten  Operationen.
PBesondere  Entwicklung  hat  die  Geburtshilfe  erfahren.  Aber  sowohl  das  übermäßige
  Operieren,  wie  das  unbeschränkte  Medizinieren,  durch  welches  den
Kranken  ein  Arzneigift  nach  dem  andern  eingeführt  wird,  erfährt  bereits  im
eigenen  Lager  lebhaften  Widerspruch.  Da  viele  Mißgriffe  dieser  Heilmethode
immer  mehr  zum  allgemeinen  Bewußtsein  kommen,  mehren  sich  tagtäglich  die
Gegner  der  Allopathie  sowohl  im  Volke  wie  in  ärztlichen  Kreisen  selbst,  und
es  fehlt  nicht  an  heftigen  und  berechtigten  Angriffen.

Wahre  Gesundheitspflege  und  Vorbeugung  (Hygiene  und  Prophylaxis)
  hat  sie  nicht  auszubilden  verstanden;  dafür  geben  die  städtischen  Kliniken
und  die  medizinischen  Lehrbücher  traurige  Beweise,  nicht  minder  die  praktisch
sein  sollenden,  populären  ärztlichen  Werke  mit  ihrem  gelehrten  Wust  und  ihrem
für  die  Anforderungen  des  täglichen  Lebens  unzugänglichen  Inhalt.

Hochbedeutend  ist  aber  der  naturwissenschaftliche  Teil  ihrer  Schule  mit
ihren  anatomischen,  physiologischen,  chemischen  und  physikalischen  Lehrsälen.
Das  sind  die  Quellen  ungetrübter  Wissenschaft,  wo  jeder  trinken  kann,  ohne
Rücksicht  auf  sein  späteres  Glaubensbekenntnis.  Die  Nutzanwendung  des  dort
Aufgenommenen  für  die  Heilkunde  ist  dann  freilich  eine  verschiedene.

über  „Homöopathie“  und  „Naturheilmethode  siehe  unter  diesen.

Hloe  wird  aus  der  afrikanischen  Pflanze  Aloe  gewonnen  und  ist  ein
sogenanntes  Drastikum,  denn  sie  wirkt  heftig  auf  den  Darm  ein  und  verursacht
  kolikartige  Schmerzen.  Der  bittere  Saft  wird  den  Blättern  der
Pflanze  entnommen.  Daß  er  bei  häufiger  Anwendung  den  Darm  schwächen
muß,  liegt  auf  der  Hand.  Wir  warnen  also  vor  seiner  Benntzung.

Viele  Abführmittel  enthalten  Aloe,  sie  ist  daher  sehr  bekannt.  (Siehe
„Abführmittel“.)  Sie  ist  auch  in  Pillenform  in  den  Apotheken  zu  haben  und
gilt  als  menstruationstreibendes  Mittel.

Wer  an  Uterusblutungen  leidet,  darf  niemals  Aloe  einnehmen.