Ananas  —  Aneurysma.  453

und  blutbildend  sein  muß:  viel  gute  Milch,  Nährsalze,  Obst  und  Gemüse,
wenig  oder  kein  Fleisch,  wenn  Abneigung  dagegen  besteht;  Kasseler  Haferkakao
oder  Nährsalzkakao,  wenn  keine  Verstopfung  besteht,  keinerlei  Alkohol.  Bei
großer  Schwäche  wenig  Bewegung,  dagegen  Liegen  im  Freien  (Hängematte),
später  leichte  Gartenarbeiten  und  dann  zur  Kräftigung  der  Herztätigkeit  langsames
Bergsteigen.  Luftbäder  im  Sommer  und  Anwärmen  in  der  Sonne  im  Winter
wirken  sehr  belebend  ein.  Von  Wasseranwendungen  kann  nur  eine  morgendliche
Ganz-Abwaschung,  250  bis  28°  C.,  im  Winter  beim  Ofen,  empfohlen  werden,
welcher  kräftiges  Trockenreiben  folgen  muß,  damit  etwas  Blut  nach  der  blassen
Haut  gelockt  werde.  Friert  man  dennoch  darnach,  dann  erwärme  man  sich
entweder  im  Bett  oder  man  kleide  sich  warm  an  und  mache  einen  raschen
Spaziergang.  Kräftezustand  und  Jahreszeit  entscheiden  über  Art  der  Böäder.

Ob  andere  Anwendungen  am  Platze  sind  und  was  sonst  noch  gegen
die  Blutarmut  zu  geschehen  hat,  darüber  entscheidet  der  jeweilige  Fall  und
der  Arzt.  Niemals  gleicht  ein  Fall  dem  anderen.

Vor  allem  sei  man  darauf  bedacht,  der  Entstehung  der  Blutarmut  schon
bei  den  Kindern  vorzubeugen.  Wie  das  zu  geschehen  hat,  geht  aus  dem
I.  und  II.  Teil  unseres  Buches  hervor.

Hnanas  ist  eine  herrliche  Frucht,  die  nur  im  Süden  wirklich  gedeiht
und  ein  köstliches  Aroma  hat.  Ihr  Saft  soll  ein  gutes  Mittel  sein,  um
Erbrechen  zu  stillen.  Auch  wirkt  er  ernährend  und  erfrischend  bei  sehr
herabgekommenen  Personen.

Hnästhesie  (Empfindungslosigkeit).  Sie  bedeutet  aufgehobene
Empfindungsfähigkeit  und  kann  bei  Nervenkrankheiten  vorübergehend  oder
bleibend  auftreten  oder  künstlich  durch  Narcotica  (betäubende  Mittel)  erreicht
werden.  Auch  Eisauflagen  machen  die  Haut  anästhetisch.  In  der  Zahnheilkunde
  wird  diese  Unempfindlichkeit  durch  Anwendung  von  Ather,  Kokain
und  anderen  Mitteln  erreicht.  Für  Zahnoperationen  sowohl  wie  für  Angenoperationen
  ist  diese  künstliche  Unempfindlichkeit  unerläßlich.

Die  Operationsgegner  werden  gewiß  nicht  behaupten  wollen,  daß  das
Zahnreißen  umgangen  werden  kann.  Wir  sind  bemüht,  es  durch  richtige
Gesundheitspflege  zu  vermindern;  das  Ausziehen  der  Zähne  wird  aber
darum  leider  nie  ganz  überflüssig  werden,  und  deshalb  wird  auch  künstliche
Anästhesie  in  Anwendung  bleiben.

Hnatomie.  Unser  erstes  Kapitel  im  I.  Teil  des  Buches  brachte  uns
die  Lehre  vom  Bau  unseres  Körpers,  d.  i.  die  Anatomie  desselben,
und  viele  anatomische  Abbildungen.  Man  studiere  diese  eifrig,  sie  fördern
das  Verständnis  des  II.  Teiles  wesentlich.

HAneurysma.  Darunter  versteht  man  einzelne  Ausbuchtungen  der
Blutgefäße,  die  zu  Geschwülsien  auswachsen.  An  inneren  Organen  können
sie  gefährlich  werden,  bei  äußerlich  gelegenen  muß  Druck  und  Stoß  vermieden
  werden,  weil  die  Möglichkeit  der  Berstung  nahe  liegt.