460  Arbeit  —  Armbäder.

man  ein  kohlensaures  Bad  von  10  Minnten  Dauer,  an  den  anderen  Tagen
ein  Sitzbad  von  35°  langsam  bis  2000.  abkühlend,  fünf  Minuten,  darnach  kräftiges
  Frottieren  der  Kreuzgegend.  Nachts  eine  kalte  Magenkompresse,  bei
kalten  Füßen  eine  heiße  Wärmeflasche  mit  nasser  Umwicklung  an  die  Sohlen.

Um  nicht  ganz  leer  zu  bleiben,  genieße  man  eine  Kräuter=  oder  Wurzelsuppe
  (siehe  „Wurzelsuppe'"),  mit  Grieß,  Sago  oder  Suppennndeln  eingekocht,
ein  weiches  Ei,  Salzgurken,  schwarzen  Johannisbeersaft,  Sauerkirschen,  frische
Apfel,  kalte  Tomaten,  rohe  Möhren,  rohe  Kohlrabi,  rohes  Sauerkraut,  etwas
chinesischen  Tee  mit  etwas  Sahne  und  ähnliches.  Aber  stets  nur,  wenn  Lust  zu
dem  einen  oder  anderen  sich  regt!  Strenge  vermeide  man  alles  Mehlige,
wie  Kakao,  Brot,  Kuchen,  ebenso  Fett,  Essig,  Bier  und  Fleisch.

Der  Stuhlgang  werde  sorgsam  geregelt.

Arbeit.  Gar  manche  Krankheit  entsteht  dadurch,  daß  die  jedem  Menschen
notwendige  körperliche  Ausarbeitung  fehlt.  Wie  zu  viel  Arbeit  erschöpft,  so“
macht  zu  wenig  Arbeit  krank.  Trägheit  des  Stoffwechsels,  Zirkulationsstörungen
mit  ihrem  Gefolge  von  Stauungen,  Ablagerungen  und  Hemmungen  treten  ein.
Man  lese  das  sechste  Kapitel  des  I.  Teiles  über  „Ruhe  und  Bewegung“  nach
und  halte  in  jedem  Hause  die  körperliche  Arbeit  hoch.  Schon  die  Kinder  rege
man  zu  Muskelleistungen  an  und  lehre  sie  jede  Art  von  Arbeit  zu  lieben.
Unter  den  Reichen  sind  deshalb  so  viel  Lebensüberdrüssige  zu  finden,  weil  sie
das  Glück  der  Arbeit  und  die  neuen  Lebensreize,  die  sie  uns  bringt,  nicht
kennen.  Armut  und  ihre  erste  Folge,  „das  Arbeitenmüssen",  würden  ihre
Heilung  werden.  Das  sich  „Nützlichmachen“  kann  auch  zum  „Arbeiten"“  gehören.

Armbäcker.  Die  Wasserheilkunde  hat  uns  gelehrt,  daß  wir  durch
Teilbäder,  d.  h.  Anwendungen  des  Wassers  auf  einzelne  Körperteile  bedeutende
Wirkung  erzielen  können.  (Siehe  „Wasserheilkunde“.)

Armbäder  sind  vorzüglich,  wenn  wir  vom  Kopfe  oder  vom  Becken  ableiten
wollen,  oder  bei  krankhaften  Störungen  am  Arme  selbst.  Man  unterscheidet:
1.  Eintauchen  in  kaltes  Wasser,  drei=  bis  viermal  auszuführen;  2.  nasses,
kräftiges  Frottieren  der  Arme  mit  kaltem  Wasser,  dem  man  trockenes
Frottieren  folgen  lassen  kann,  bis  Rötung  der  Haut  eintritt.  (Siehe  die  Abbildung
„Trockenes  Frottieren  der  Arme“.)  Man  nimmt  rauhe  Tücher  dazu  oder  wenn
man  schnell  erwärmen  will  bei  frostigen  Kranken  zwei  weiche,  warme  Menschenhände;
  3.  heißes  Armbad,  das  die  Blutgefäße  erweitert,  bis  43°  C.,  möglichst
  bis  zur  Achselhöhle  auszuführen,  fünf  Minuten;  4.  Wechselarmbad,  ein
Eimer  oder  Armwanne  mit  43°,  ein  Eimer  mit  15°%  C.;  man  steckt  die  Arme  ins
heiße  Wasser  zwei  Minuten,  ins  kalte  eine  halbe  Minute,  und  vollzieht  diesen
Wechsel  zwei=  oder  viermal;  das  Wechselarmbad  reizt  Gefäße  und  Nerven  mehr
als  andere  Anwendungen,  ist  daher  nicht  bei  allen  Zuständen  anwendbar,  wird
beispielsweise  bei  Herzerregung  nicht  vertragen;  5.  das  Arm-Dampfbad.

Man  schiebt  die  Arme  entweder  in  einen  Dampfkasten  (siehe  Beindampfbad,
Fig.  265)  oder  breitet  eine  Decke  über  zwei  Stuhllehnen,  unter  welchen  ein