Armgüsse  —  Aromatische  Kränter.  161

Dampftopf  heißen  Dampf  spendet.  Man  hält  die  Arme  quer  darüber,  etwa
zehn  Minuten,  bis  man  eine  ausgedehnte  Erhitzung  verspürt,  darnach  läßt  man
sie  übergießen,  zuerst  etwa  mit  32°%  C.,  dann  mit  16°%  oder  12°  C.  Die  Arme  sind
darnach  stark  gerötet  und  blutreich.  Bei  chronisch  kalten  Händen,  bei  Muskelschwäche
  sehr  anzuempfehlen.  Auch  bei  Husten,  Asthma,  Blutspeien  sind  heiße
Armbäder  wirksam,  nicht  minder  bei  Uterusblutungen.

HArmgüsse,  Fig.  266,  sind  heiß  wie  kalt  sehr  angenehm  und  wirksam
und  überall  leicht  auszuführen.  Bei  großer  Erhitzung  und  Aufregung  stecke
man  Hände  und  Handgelenk  in  kühles  Wasser;  man  wird  sehr  bald  Beruhigung
  und  Abkühlung  spüren.  Die  „Güsse"“  erregen  aber  mehr  als  die
„Bäder“.  Sie  sind  in  jedem  Haushalt  anwendbar.

Armmalslage.
  Istbeikalten
Händen,  Lymph-=stauungen,
  Muskelschwäche
  gleichfalls
sehr  anzuempfehlen.
  (Siehe  „Massage“".)
  Sie  besteht
in  Streichungen,
Knetungen,  Klopsung
  und  Klatschung
  und  muß  je
nach  dem  Zustand
zart  oder  kräftig
ausgeführtwerde
Nach  Massage  muf
ein  angenehmes
Gefühlvon  Wärme  Fig.  265.  Beindampfbad.
und  Neubelebung
eintreten.  Bei  Schmerzen  wirkt  zartes  Streichen  von  oben  nach  unten  sehr
wohltätig.  Stets  sei  aber  die  streichende  Hand  warm  und  weich.

Hromatische  Kräuter.  Alle  aromatischen  Kränter  enthalten  ätherische
  Ole,  welche  bei  äußerlicher  Anwendung  anregend  auf  die  Haut  wirken,
bei  innerlicher  anregend  auf  die  Eingeweide  und  Nerven.  Man  findet  diese
meist  stark  riechenden  und  schmeckenden  Ole  in  der  Rinde,  den  Blättern,
Wurzeln  und  Früchten  gewisser  Pflanzen.  Wir  gebrauchen  sie  zu  Bädern,
Aufschlägen  und  innerlich  in  Form  von  Tee  oder  Extrakten,  ferner  in  der  Küche.
Es  gehören  also  auch  die  Küchengewürze  dazu,  die  unsere  Verdauungsnerven
oft  so  günstig  beeinflussen,  wenn  sie  nicht  zu  häufig  Anwendung  finden.  Da  wir
mit  der  Nervenschwäche  unserer  Zeit  rechnen  müssen,  die  häufig  die  derberen
Reize,  welche  uns  das  Wasser  als  Heilmittel  bietet,  ausschließt,  so  müssen  wir