464  Arrak  —  Arsenit.

Haben  wir  es  erst  gelernt,  Extrakte  aus  diesen  Pflanzen  herzustellen
und  die  für  den  menschlichen  Körper  wertlosen  Bestandteile  zu  entfernen,
dann  wird  die  Ernährungslehre  neue  Fortschritte  machen.  Der  übliche  Tee
ist  keine  rationelle  Form,  bringt  die  nötigen  Stoffe  in  viel  zu  großer  Verdünnung,
  ohne  die  Pflanze  vollständig  auszulangen;  das  Verzehren  der  ganzen
Pflanze  ist  aber  für  Magen=  und  Darmkranke  noch  weniger  angezeigt,  wir
müssen  daher  nach  anderen  Formen  streben.  (Siehe  „Heilkräuter".)

Hrrak  ist  eines  der  stärksten  alkoholhaltigen  Getränke,  die  es  gibt,
und  wird  durch  Gärung  aus  Reis  gewonnen.  Er  „verbrennt"  die  Schleimhäute
wie  der  stärkste  Branntwein.  Es  sei  eindringlichst  vor  im  gewarnt.

Hrrowroot.  Aus  der  Pfeilwurzel  wird  ein  Mehl  gewonnen,  das
bei  Diarrhöe  der  Kinder  sehr  gut  wirkt.  Man  kann  es  als  schleimige  Flüssigkeit
oder  in  Milch  eingerührt  reichen.  In  Fällen,  wo  keinerlei  einheimische  Mehle
vertragen  werden,  versuche  man  es  noch  mit  Arrowroot.

Arsenik.  In  der  üblichen  Form  besteht  er  aus  dem  Metall  Arsen  und
Sauerstoff  (arsenige  Säure)  und  wurde  früher  vielfach  gegen  Epilepsie,  Wechselfieber,
  Veitstanz,  Krämpfe  usw.  angewendet,  jetzt  beschränkt  man  sich  mit  einigen
Ansnahmen,  ihn  hauptsächlich  bei  Haut=  und  einzelnen  Nervenkrankheiten  zu
verorduen.  Er  ist  ein  heftiges  Gift  und  verursacht  ebensolche  Vergiftungserscheinungen.
  Durch  grüne  Farbstoffe  (Schweinfurter  Grün)  entstehen  die
häufigsten  Vergistungen.  Tapeten,  Blumen,  Bekleidungsstoffe  enthalten  ihn.
Auch  Rattengift  enthält  Arsenik  und  führt  heftige  Leibschmerzen,  Erbrechen
und  Durchfall  mit  choleraartigen  Stühlen  herbei.  Hat  man  größere  Dosen
des  Giftes  in  sich  genommen,  so  kann  der  Tod  nach  Krämpfen  und  Lähmungserscheinungen
  in  wenigen  Stunden  eintreten,  in  anderen  Fällen  erst  nach  vielen
Tagen.  Fängt  man  aber  in  winzigen  Dosen  an,  bei  jugendlich  kräftigem
Körper,  so  tritt  eine  Gewöhnung  an  das  Gift  ein,  und  man  kann  sogar  recht
alt  dabei  werden.  In  Steiermark  gibt  es  solche  Arsenikesser,  die  sich  ihrer
größeren  Muskelkraft  und  ihres  blühenden  Aussehens  rühmen.  Freilich  geht
mancher  Arsenikesser  auch  elend  daran  zugrunde.

Arsenik  soll  auch  in  Schönheitsmitteln  enthalten  sein,  welche  man  dem
weiblichen  Geschlecht  anpreist,  um  ihm  besseres  Aussehen  zu  schaffen,  vor  allem
die  ersehnte  Körperfülle.  Man  hüte  sich  davor!

Behandlung  der  Arsenikvergiftung.  Wird  die  Vergiftung  sofort  erkannt,
  glaubt  man  arsenikhaltige  Massen  im  Magen  noch  voraussetzen  zu  müssen,
dann  gebe  man  ein  starkwirkendes  Brechmittel  oder  mache  Magenausspülung
(siehe  diese),  wobei  jedoch  ärztliche  Hilfe  herbeigezogen  werden  muß.

In  solchen  Notfällen,  wo  keine  Zeit  verloren  werden  darf,  reiche  man
„Brechwurzel“,  oder  wenn  es  sich  um  Personen  handelt,  die  gegen  Magenreize
  abgestumpft  sind,  Brechweinstein  eßlöffelweise,  aber  nur  nach  ärztlicher
Verordnung,  da  jedes  „Zuviel“  böse  Folgen  haben  kann.  Die  Ausspülung
ist  ja  gefahrloser,  aber  will  auch  geübt  sein.  Von  der  Brechwurzel  wird