474  Aufregung  —  Aufrichtung.

raum  geschaffen  wird,  in  welchen  der  schmerzhafte  Körperteil  so  zu  liegen
kommt,  daß  er  nirgends  gedrückt  wird.  Auch  mit  gerollten  Tüchern  kann
man  ähnliches  herstellen.

Vor  allem  aber  beuge  man  vor,  daß  sich  die  Wundstellen  gar  nicht
erst  entwickeln.  Sowie  Brennen  am  Kreuze  und  über  vorstehenden  Knochen
entsteht,  mache  man  sofort  kühle  Kompressen,  die  man  etwa  zweistündlich
wechselt,  auch  an  Ganzwaschungen  lasse  man  es  nicht  fehlen,  30%  bis  24°%  C.,
dann  wird  bei  täglichem  Wechsel  der  Lage  gar  kein  „Aufliegen“  eintreten.
Auch  leichte  Streichmassage  mit  Einfettung  ist  ein  sehr  wohltuendes  Mittel,
die  Durchblutung  der  Haut  immer  wieder  zu  erneuern.  Bei  hoffnungslosen
Kranken  ist  jedoch  mitunter  alles  vergeblich;  außer  Aufschlägen  lege  man
auch  noch  mit  Lanolin  bestrichene  Läppchen  auf,  um  in  den  Anwendungen
abzuwechseln  und  dadurch  neue  Reize  zu  schaffen.  In  Spitälern,  wo  die
Kranken  so  wenig  mit  Wasser  behandelt  werden,  und  wo  auch  die  sorgfältige
individuelle  Pflege  fehlt,  bekommen  die  meisten  herabgekommenen  Kranken
Wundstellen,  die  oft  große  Leiden  verursachen.

Hufregung.  Es  gibt  Aufregungszustände,  die  durch  krankhafte
Veränderungen  in  unserem  Körper  entstehen,  und  solche,  welche  durch  Gemütserregungen
  hervorgerufen  werden.  Blutzudrang  nach  dem  Gehirn,  beschleunigter
Herzschlag,  glänzende  Augen,  unnötige  Muskelbewegungen  usw.  sind  die
Zeichen  der  Aufregung.  Bei  gesunden  inneren  Organen  bleiben  solche  vorübergehende
  Zirkulationsstörungen  ohne  weitere  Folgen;  sind  aber  die  Nerven
schwach,  so  werden  die  von  der  Aufregung  öfter  ergriffenen  Personen  unwohl
darnach,  verlieren  häufig  Schlaf,  Appetit,  Gemütsruhe  usw.

Entstehen  solche  Aufregungszustände  durch  Blutwallungen,  infolge  Herzoder
  Nervenkrankheiten,  oder  infolge  heftiger  Schmerzanfälle  und  Angstgefühle,
dann  hat  man  neben  Bekämpfung  der  Ursache  noch  allgemein  beruhigend  und
vom  Kopfe  ableitend  einzuwirken:  heißes  Fußbad  (10  Minuten  40°  C.),
kalte  Wadenwickel,  kühle  Stirnkompresse,  kalte  Herzkompresse,
Atemgymnastik,  Klystiere.

Hufrichtung  des  Uterus  (Gebärmutter).  Von  „Aufrichtung“"  spricht
man,  wenn  der  Uterus  aus  falscher  Lage  in  die  natürliche,  aufrechte  gebracht
wird.  Dies  geschieht  z.  B.  bei  Rückwärtslagerung  häufig  ohne  Kunsthilfe  bei
eintretender  Schwangerschaft,  wodurch  die  Leibesfrucht  in  ihrem  Wachstum
  nicht  mehr  gehindert  wird;  durch  Kunsthilfe  aber  vom  Arzte  mit  beiden
Händen  ausgeführt,  wenn  sie  sich  in  falscher  Lage  befindet  und  Beschwerden  verursacht.
  Diese  Aufrichtung  ist  oft  schmerzhaft,  muß  auch  oft  wiederholt  werden,
weil  verkürzte  oder  erschlaffte  Mutterbänder  den  Uterus  wieder  zurückziehen.
Die  Allopathie  stützt  eine  solche  verlagerte  Gebärmutter  durch  Ringe  („Mutterringe",
  Pessarien);  die  physikalisch-diätetische  Heilmethode  aber  sucht  sie  durch
Bäder  und  Massage  zu  kräftigen  und  Krücken,  wie  Ringe  es  doch  sind,  überflüssig
  zu  machen.  (Siehe  näheres  unter  „Thure-Brandtscher  Massage“.)