Ausdünstung  —  Ausfallen  der  Haare.  485

schmerzen,  die  sich  vierwöchentlich  einstellen,  etwas  nachhelfen,  um  ein  deutliches
  Bestreben  des  Körpers  zu  unterstützen.  Dies  geschieht  entweder  durch
schmerzstillende  und  bluttreibende  heiße  Kompressen  auf  den  Leib  oder  durch
heiße  Sitzbäder  von  40°  C.  und  zehn  Minuten  Dauer.  Aber  auch  diese  ja  nicht
zu  oft;  sonst  könnte  es  geschehen,  daß  plötzlich  eine  reichliche  Blutung,  gleichsam
gegen  den  Willen  des  Organismus  nur  künstlich  herbeigezogen,  eintritt,  die
viel  mehr  schadet  als  das  mehrmonatige  Ausbleiben  der  Menstruation.

Sowohl  seitens  mancher  Arzte  wie  seitens  unruhiger  Frauen  wird  viel
zu  viel  im  „Nachhelfen“  getan,  wenn  die  Ordnung  einmal  gestört  ist;  dies
hat  seinen  Grund  in  der  unrichtigen  Auffassung  der  Menstruation  als
physiologische  Funktion.  Sie  ist  die  Wirkung  normaler  Tätigkeit  der  Geschlechtsorgane,
  nicht  aber  eine  selbständige  Erscheinung  an  sich,  die  Gesundheit
oder  Krankheit  bedingt.  Man  suche  also  stets  nach  der  eigentlichen  Ursache
des  Ausbleibens,  bekämpfe  diese  und  warte  das  übrige  ruhig  ab.  Bei  beginnender
  Lungenkrankheit  schenke  man  alle  Aufmerksamkeit  dieser;  das  Ausbleiben
  des  monatlichen  Abganges  ist  bei  allgemeiner  Schwäche  eine  Wohltat.
Selbstverständlich  dürfen  verheiratete  Frauen  nicht  geschlechtlichen  Verkehr
während  derartiger  Störungen  haben.

Husdünstung,  Man  spricht  von  „Ausdünstung  des  Körpers",  die
sich  während  einer  Erhitzung  bedeutend  steigert,  bei  einer  Erkrankung  sich
auffallend  verändert  und  bei  jedem  gesunden  Menschen  in  fühlbarer,  aber
nicht  unangenehmer  Weise  vorhanden  ist.  Es  sind  Ausscheidungen  der
Schweiß=  und  Talgdrüsen  der  Haut,  welche  je  nach  Stoffwechsel  und  Säftebeschaffenheit
  aus  luftförmigen  (Gase)  und  flüssigen  Stoffen  (Schweiß)  bestehen.
  Bei  kleinen  Störungen  im  Organismus  schafft  sich  eine  kräftige
Konstitution  durch  eine  vermehrte  Hauttätigkeit  Luft,  so  daß  Nieren,  Lunge,
Darm  Zeit  finden,  sich  zu  erholen.  Eine  Heilkunde,  welche  die  Vorgänge  des
Lebens  wirklich  unterstützt,  wird  also  solche  „Selbsthilfe“  der  Natur  nicht
unterdrücken,  sondern  befördern  und  zwar  durch  durchlässige  Bekleidungsstoffe,
  durch  Bäder  und  Packungen,  ferner  durch  richtige  Behandlung  des
Verdauungsschlauches,  indem  sie  nichts  in  ihn  einführen  läßt,  was  mühevoll
durch  andere  Ausscheidungsorgane  wieder  herausgebracht  werden  muß.

Husfallen  der  Haare  ist  bei  den  Frauen  ein  unendlich  häufig
auftretendes  übel.  Bei  Blutarmut  und  allgemeiner  Schwäche,  mit  beginnendem
  Alter,  nach  und  vor  schweren  Krankheiten  usw.  fallen  die  Kopfhaare
  in  großer  Menge  aus.  (Siehe  „Haarpflege“  I.  Teil,  sechstes  Kapitel.)
Der  häufigste  Zustand  ist  der  der  Erschöpfung  und  Blutleere  des  Haarbodens,
welche  wir  durch  Kopfwaschungen,  Anwendung  von  anregenden  Kräutersäften,
z.  B.  durch  die  kräftige  Herta-Essenz  von  Geschwister  Reglin,  Stuttgart,
und  andere,  auch  durch  Kopfmassage  erfolgreich  bekämpfen.  Ist  aber  die
Haarzwiebel  nicht  mehr  tätig,  dann  ist  nichts  mehr  zu  wollen:  die  Glatze
beginnt  sich  zu  entwickeln!