Ausschlag.  487

länder  zu  halten  und  soll  wohl  erblich,  also  übertragbar  von  Eltern  auf
Kinder,  nicht  aber  ansteckend  sein.  Die  Kranken  gehen  an  Entkräftung  zugrunde,
  nachdem  sich  fast  der  ganze  äußere  und  innere  Mensch  mit  Geschwüren
und  Krusten  bedeckte.

Behandlung.  Die  Allopathie  behandelt  die  Aussatzgeschwüre  mit
Höllensteinätzungen  und  Quecksilbersalbe,  natürlich  vergeblich.  Wir  haben
hier  zwar  über  keine  eigene  Erfahrung  zu  verfügen,  sind  aber  überzengt,  daß
Verbesserung  des  Stoffwechsels  und  milde  Wasserbehandlung  auch  bei  Aussatz
andere  Ergebnisse  haben  würden.

Husschlag.  Man  versteht  darunter  Erkrankungen  der  Haut  und  unterscheidet
  akute  und  chronische,  ferner  solche,  die  sich  nur  auf  der  Haut  abspielen,
ohne  sichtbare  Allgemeinerkrankung;  endlich  Ausschläge  mit  schwerer  Allgemeinerkrankung.
  Zu  letzteren  gehören  beispielsweise  Scharlach,  Blattern  und
ähnliche,  zu  ersteren  Flechten,  Entzündung  der  Talgdrüsen  (Acne)  und
andere.  Innere  Ursachen  wirken  selbstverständlich  bei  allen  Hautkrankheiten
mit,  nur  sind  sie  nicht  immer  gleich  auffindbar.  Die  Flechtenkranken  beispielsweise
  haben  meist,  selbst  bei  stärkerem  Ausbruch  des  Ausschlages,  gutes  Allgemeinbefinden.
  Bekanntlich  sind  sie  fast  unheilbar  trotz  des  milden  Verlaufes.

Keinerlei  Ausschlag  fasse  man  jedoch  leichtfertig  auf;  denn  er  ist  immer  ein
Zeichen  irgend  einer  Störung  im  Organismus.  Es  gibt  Ausschläge,  die  nach
Arzneigenuß  auftreten  (Arznei-Exanthemeh;  es  gibt  brennende,  nässende  Ausschläge,
  die  bei  Störungen  im  sexuellen  Gebiet  auftreten,  dann  bei  Schlaflosigkeit,
andere  wieder  bei  Verdauungsstörungen  usw.  So  wenig  sie  auch  beachtet  werden,
wenn  sie  nur  einzelne  Stellen  des  Körpers  befallen,  so  haben  sie  doch  immer
tiefere  Bedeutung.  Man  lese  zum  besseren  Verständnis  nach,  was  über  „Haut"
im  ersten  Kapitel  des  I.  Teiles  und  über  „Hautpflege“  im  sechsten  Kapitel  steht.

Behandlung.  Diese  richtet  sich  je  nach  der  Ursache  des  Ausschlages
und  ist  ganz  verschieden,  je  nachdem  es  sich  um  akute  oder  chronische  Hanterkrankungen
  handelt.  Man  ist  endlich  auch  darauf  gekommen,  daß  einige
Ausschläge  mit  dem  Nervensystem  innigst  zusammenhängen  und  daß  diese
Arten  Wasserbehandlung  meist  schlecht  vertragen.  Alles,  was  das  Blut  nach
der  Haut  zieht,  wie  Wasser  und  Sonne,  verschlechtert  den  Zustand,  vermehrt
den  Ausschlag  bedeutend,  ja  verursacht  sogar  Schmerzen.  Es  muß  also  auf
einem  anderen  Wege  eingewirkt  werden,  und  da  weisen  wir  auf  die  neue
Aderlaßmethode  des  Dr.  Dyes  hin  (siehe  „Aderlaß"),  ferner  auf  Diätkuren
  und  Lichtbehandlungen  (rotes  oder  blaues  Licht).  Luftwechsel,  ÄAnderung
  der  täglichen  Beschäftigung  sind  mitunter  wichtige  Heilfaktoren.  Laue
Waschungen  und  Bäder,  Einfettungen  bei  trockenen  Ausschlägen  sind  stets  wohltätig,
  aufsangende  Einlagen  bei  nässenden  Ausschlägen  oft  notwendig.  Salben
und  Pflaster  oder  gar  ätzende  Pinselungen  vermeide  man;  sie  vermögen  es
wohl,  Ausschläge  zuweilen  stellenweise  zu  vertreiben,  nicht  aber  sie  zu  heilen;  diese
kommen  dann  an  anderer  Stelle  wieder,  solange  ihre  Ursache  nicht  beseitigt  ist.