Austrocknende  Mittel  —  Auswurf.  489

das  Vollbad  und  Sitzbad  zur  Verfügung,  die  auch  Kanäle  reinigen,  niemals
aber  einzelne  Körperteile  reizen.

Machen  gewisse  Zustände,  z.  B.  eitrige  Ausflüsse  bösartiger  Natur
(Gonorrhöe),  innere  Ausspülungen  der  Scheide  notwendig,  so  wird  man
ihren  Zweck  besser  erreichen,  wenn  man  einen  Spreizapparat  anwendet,  da
der  Wasserstrahl  dann  wirklich  alle  Wände  bespült.

Hustrochnende  Mittel.  Alles,  was  Feuchtigkeit  aufsaugt,  was
zusammenziehend  einwirkt,  ist  auch  „austrocknend“.  In  den  verschiedensten
Fällen  gebrauchen  wir  solche  Mittel,  sowohl  in  der  Zahnheilkunde  wie  bei
der  Wundbehandlung,  in  der

Kinderpflege,  bei  Hautkrank-  —  7
heiten,  bei  Krebsgeschwülsten  X  *  «
usw.  Esgehören  dazu  Wund-  **#ê0  A

gaze,  Puder,  Anblasungen
mit  trockener,  warmer  Luft,
Torfmooseinlagen,  ferner
Waschungen  mit  Salbeitee,
Eichenrinden,  Tannin,  Ratanhia,
  welche  Gerbsäure
enthalten  und  daher  zusammenziehend
  wirken,  und
andere  mehr.  Vor  den

Metallen,  die  noch  stärker  «
mikroskopisch  untersucht.

wirken,  wie  Blei,  Zink,  Silber  a  Flimmerzellen.  b  Pflasterzellen.  c  Zylinderzellen.
usw.,  warnen  wir;  denn  sie  d  Schleimkörper.  e  Eiterkörper.  Blutkörper.

g  elastische  Fasern  des  Lungengewebes  (bei  Schwindhaben
  auch  unangenehme  sucht).  h  astförmiger  Auswurf,  der  die  Form  der
Nebenwirkungen.  Weniger  Luftröhrenästchen  angenommen  hat.  Nach  Walser.

schädlich  sind  Mineralsäuren,

wie  essigsaure  Tonerde,  die  jedoch  auch  nur  vorübergehend  Anwendung  finden
dürfen.  —  Es  ist  notwendig,  daß  man  lernt,  Unterschiede  unter  den  gebräuchlichsten
  Mitteln  zu  machen,  und  daß  man  ihrer  eigentlichen  Wirkung  nachforscht.
  —  Auch  bei  Blutungen  sind  die  genannten  Pflanzenextrakte  anwendbar.
Näheres  darüber  unter  „Blutstillung“.

Huswurf  (Sputum).  Die  Absonderungen  der  Schleimhaut,  welche
die  Atmungsorgane  auskleidet,  bilden  den  „Auswurf“.  Er  kommt  also
aus  Nase,  Rachen,  großen  und  kleinen  Luftröhren  und  Lunge.  Bei
Katarrhen,  bei  stärkerer  Entzündung  sind  die  Absonderungen  der  Schleimhautdrüsen
  stark  vermehrt;  demnach  schneuzt,  hustet  und  spuckt  man  bei
Schnupfen,  Rachenkatarrh,  bei  Brouchitis  und  Lungenentzündung  oder
Lungenschwindsucht,  und  enthält  der  Auswurf  sowohl  Schleim  wie  Eiter
und  Blutkörperchen,  Lungengewebe,  Epithelzellen,  eingeatmete  Staubteile  usw.,
so  wie  unsere  Abbildung,  Fig.  281,  dies  darstellt.  Je  nach  der  Beschaffenheit

—
.  Auswurf  bei  200  facher  Vergrößerung,