Bäder.  491

Ausschlag  nur  günstig,  der  in  keiner  Weise  unterdrückt  werden  darf.  Man
sorge  nur  für  reine  Tücher,  die  am  besten  täglich  morgens  gebrüht  werden,
um  Bakterienansammlungen  zu  verhüten;  man  vermeide  das  Scheuern  von
Unterkleidern  auf  geröteten  Stellen  und  fette  auch  einmal  mit  kühlendem
Mandelöl  ein.  Werden  die  Bläschen  rasch  eiterig,  dann  sind  Ganzpackungen
und  Heißluftbäder  nötig,  weil  in  diesem  Falle  die  Körpersäfte  unrein  scheinen
und  eine  kräftige  Ausscheidung  durch  die  Schweißdrüsen  der  Haut  nötig  wird.
Auch  ein  die  Nierentätigkeit  anregender  Tee  kann  am  Platze  sein.

Bäcder.  Das  Eintauchen  des  Körpers  in  einen  Stoff,  der  denselben
vollständig  umhüllt,  heißt  „Bad“,  gleich,  ob  dieser  Stoff  aus  Wasser,  Luft,  Sand,
oder  Lichtstrahlen  besteht.  Man  gebrauchte  von  jeher  Bäder  zu  Reinigungs-,
Erfrischungs=  und  Heilzwecken.  Auch  die  Tiere  baden,  und  im  Altertum
pflegte  man  das  Baden
in  hohem  Grade;  man
erbaute  Paläste  für
„Volksbäder",  deren
Ruinen  noch  heute
unsere  Bewunderung
erregen.  Im  Mittelalter
verfiel  diese  Art  der
Körperpflege;  im  letzten
Jahrhundert  dagegen  .  ..  --  -  --erwachte
  der  Sinn  wie-  Fig.  282.  Rumpfbad.
der  lebhaft  dafür;  man
erbaute  neue  Volksbäder,  wenn  auch  nicht  im  antiken  Stile,  und  es  entstand
sogar  eine  neue  Heilmethode,  die  Wasserheilkunde.

Letztere  ist  zwar  aus  dem  Volke  heraus  entstanden,  nicht  auf  den  Hochschulen;
  sie  gewinnt  auch  immer  mehr  an  Verbreitung;  dennoch  gibt  es  noch
weite  Länderstrecken  und  große  Volkskreise,  welche  von  den  neuen  Lehren
einer  Wasserheilkunde  bis  heute  vollständig  unberührt  geblieben  sind.  Dem
entsprechend  baden  auch  ungezählte  Menschen  nicht  und  belächeln  den  Eifer
der  Wasserfreunde.

Da  alle  Arten  von  Bädern  auf  die  Oberfläche  des  Körpers  einwirken,
so  ist  die  Haut  in  erster  Linie  von  ihnen  beeinflußt;  wir  haben  daher  eine
sichtbare  und  fühlbare  Wirkung  auf  Nerven  und  Gefäße  der  Haut,  dann  aber
auch  eine  fortgeleitete  Wirkung  auf  innere  Organe.  Die  Reize  der  Bäder
sind  mannigfache;  es  wirkt  das  Wasser  auf  die  Haut  ganz  anders  als  Sand,
heiße  Luft  anders  als  Moor,  elektrische  Lichtstrahlen  anders  als  Dampf  usw.
(Näheres  unter  den  betreffenden  Buchstaben.)

Außer  dem  Bademittel  (also  Sand  oder  Wasser)  ist  es  die  Temperatur
desselben,  die  einen  mächtigen  Einfluß  auf  Nerventätigkeit  und  Stoffwechsel
ausübt,  sei  es  durch  Wärmeentziehung  oder  Wärmezufuhr.  Daher