504  Baumöl  —  Beinhautentzündung.

BaumSl.  Es  wird  aus  dem  Fleische  der  Früchte  des  Olbaumes
gewonnen.  Man  hat  verschiedene  Sorten  davon  hergestellt.  Es  eignet  sich
zu  Klystieren,  zu  Einreibungen  bei  Hautkrankheiten  usw.

Baunscheicktismus.  Karl  Baunscheidt  hat  die  Idee  der  „Ableitung",
  welche  auch  die  Allopathie  gelten  läßt,  indem  sie  Zugpflaster  und
ähnliches  anwendet,  dadurch  weiter  ausgebildet,  daß  er  einen  Apparat  schuf,
mittelst  dessen  in  der  Haut  feine  Nadelstiche  erzeugt  werden,  in  die  das  reizende
Krotonöl  eingerieben  wird.  Der  Organismus  will  sich  der  aufgedrungenen
Fremdstoffe  entledigen,  schickt  verstärkte  Blutwellen  in  die  verletzte  Stelle,
und  es  entsteht  eine  künstlich  erzeugte  Entzündung  und  Pustelbildung.  Dadurch
  gelingt  es  zuweilen,  anderen  in  der  Nähe  erkrankten  Körperteilen  Blut
zu  entziehen,  und  sie  kommen  schneller  zur  Heilung.  Das  ist  also  auch  eine
„Ableitung",  wenn  auch  eine  schmerzhafte  und  unangenehme.  Auch  bleibt  sie
immerhin  nur  auf  kleine  Körperstrecken  beschränkt  und  hinterläßt  häßliche  Narben.

Der  Baunscheidtismus  findet  nur  seltene  Anwendung  mehr.  Die  Wasserheilkunde
  gibt  uns  ganz  andere  Mittel  zur  Ableitung,  ohne  Schmerz  und
Narbenbildung,  an  die  Hand.

Bazillen.  Siehe  „Bakterien“.

Beeren  (Strauchfrüchte).  Siehe  I.  Teil,  Kapitel  „Ernährung".  Inund
  ausländische  Beeren  haben  wir  in  Menge.  Sie  enthalten  teils  viel  Zucker,
teils  Säuren  und  sind  der  Gesundheit  sehr  zuträglich.  Aromatische  süße
Beeren  sind:  Himbeeren,  Erdbeeren,  Brombeeren,  Maulbeeren  (Ananas,
Orangen)  usw.,  einige  darunter  mit  hochfeinem  Aroma.  Zusammenziehende
Stoffe,  auch  Gerbsäure,  enthalten:  Preiselbeeren,  Mispeln,  Hagenbutten,  Quitten,
Heidel=  und  Wacholderbeeren.  Folglich  genießt  man  erstere  bei  trägem
Stuhlgang,  letztere  aber  bei  zu  reichlichem.

Befruchtung.  Siehe  I.  Teil,  Kapitel  „Das  Geschlechtsleben“  und
II.  Teil  „Das  Kind“.

Begießungen.  (Siehe  unter  „Güsse“  und  „übergießung“.)  Eine
langsam  ausgeführte  Begießung  nennen  wir  „Berieselung“  und  wenden
diese  hauptsächlich  bei  Hautleiden  und  Wunden  an.  Sie  soll  durch  das
Wasser  auflösend  wirken,  beruhigend  oder  anregend,  je  nachdem  die
Temperatur  unterhalb  oder  oberhalb  der  Blutwärme  gehalten  ist,  und  in
keinem  Falle  mechanisch  reizend  durch  den  Druck  des  auffallenden  Wasserstrahles
  wie  bei  den  Güssen.  Sie  wird  auch  auf  schmerzhafte  Stellen  sehr
wohltätig  empfunden.

BeinfraßSiehe  „Knochenerkrankungen“.

Beinbautentzünclung.  Die  Beinhaut  überzieht  als  feste  Haut
sämtliche  Knochen  des  menschlichen  Skelettes;  sie  ist  sehr  gefäßreich  und  ihre
Entzündung  sehr  schmerzhaft.  Durch  Stoß  auf  einen  Knochen,  durch  tiefer
gehende  Verwundungen,  auch  bei  Eiterungen  benachbarter  Organe,  ebenso  bei