Beschneidung  —  Bett.  509

Bei  ausgesprochenen  Talenten  und  größerer  geistiger  Befähigung  stehen
viele  Künste  und  jetzt  endlich  auch  die  akademischen  Berufsarten  der  Frau
offen.  Sie  kann  wählen,  aber  sie  wähle  mit  Bedacht!  Die  Erwerbsfähigkeit
der  Frau  gibt  ihr  nicht  nur  nach  außen,  sondern  auch  dem  Manne  gegenüber
eine  unabhängige  Stellung;  die  Eheschließung  wird  erleichtert,  wenn  die  Frau
nicht  nur  verbraucht,  sondern  auch  erwirbt,  und  wird  der  Mann
plötzlich  erwerbsunfähig  oder  seiner  Familie  entrissen,  so  steht  nicht  mehr
eine  Almosen  heischende  „Witwe  mit  fünf  unversorgten  Kindern“  da,  sondern
eine  lebenserfahrene  Frau,  die  kräftig  die  Zügel  in  die  Hand  nimmt  und  für
sich  und  die  Kinder  selber  sorgt.

Beschneickung.  Viele  Frauen  wissen  nicht,  was  dieselbe  eigentlich
zu  bedeuten  hat;  dennoch  ist  sie  für  israelitische  Familien  auch  jetzt  noch  von
Bedeutung.  Die  Beschneidung  ist  ein  Gebrauch,  der  aus  dem  Altertum  durch
die  Juden  und  Türken  auf  unsere  Zeit  herübergebracht  wurde  und  besteht
darin,  daß  man  am  männlichen  Gliede  die  Vorhaut  verkürzt,  um  die  Einnistung
  von  ansteckenden  Stoffen  zu  verhüten.  Die  Natur  hat  diese  „Vorhaut“
  zum  Schutze  der  darunter  liegenden  empfindlichen  Eichel  gegeben,
der  Mensch  aber  meistert  die  Natur  und  beseitigt  sie.  Reinliche  Menschen,
die  häufig  baden,  durchlässige  Kleider  tragen,  keusch  leben,  haben  keine  Entzündungen
  an  der  Vorhaut  zu  befürchten  und  haben  keine  besonderen  Vorsichtsmaßregeln
  nötig.  Es  ist  vom  pädagogischen  Standpunkt  aus  unrichtig,
Knaben  anzulernen,  ihre  Vorhaut  besonders  zu  reinigen,  da  dies  nur  zu
sexuellen  Reizungen  führt  und  zur  Onanie  verleitet.  Unbefangen  und  rein
erhalte  man  auch  die  Knaben,  aber  mit  der  Bedeutung  der  Hautpflege
im  allgemeinen  mache  man  sie  frühzeitig  bekannt;  dann  hat  man  sie  besser
vor  Gefahren  bewahrt,  als  durch  den  Hinweis  auf  den  Bau  der  Genitalien
im  kindlichen  Alter.

Auch  den  Söhnen  gegenüber  müssen  die  Mütter  Kenntnisse  und
Prinzipien  haben,  daher  diese  kurze  Anleitung!

Bett.  Das  Bett  ist  unsere  Bekleidung  bei  Nacht  (siehe  viertes
Kapitel,  I.  Teil.)  Viele  bequeme  Frauen  verbringen  nicht  viel  weniger  als
die  Hälfte  ihres  Lebens  im  Bette  und  zwar  von  10  Uhr  abends  bis  acht  Uhr
morgens  und  nachmittags  noch  ein  Stündchen,  macht  elf  Stunden,  während
Tag  und  Nacht  nur  24  Stunden  umfassen.

Chronisch  Kranke  aber  leben  oft  vorzugsweise  im  Bette.  Es  ist  also
seine  Beschaffenheit  von  größter  Bedeutung.  Reinlich  ist  es  nur,  wenn  es
nicht  aus  dichten  Stoffen  zusammengesetzt  ist,  wenn  es  oft  im  Freien  gelüftet
wird  und  wenn  man  seine  Überzüge  oft  wechselt.  Daher  bevorzuge  man
wollene  Decken,  Roßhaar  statt  Federn,  und  Trikotüberzüge  statt  Leinen.
Damit  der  Körper  vollständig  ruhe  und  nicht  das  Blut  sich  im  Becken  staue,
gebe  man  nicht  diesem  die  tiefste  Lage,  indem  man  die  Kissen  aufeinandertürmt,
  Oberkörper  und  Kopf  zu  hoch  lagert,  sondern  halte  mehr  eine  flache