518  Biß  —  Blähhals.

Biß.  Ein  Biß  verwundet  und  bringt  Quetschungen  bei,  und  zwar  je
nach  dem  Bau  des  Gebisses  des  beißenden  Tieres  tiefer  oder  seichter.  Kommen
Giftstoffe  in  die  Wunde  wie  beim  Schlangenbiß,  so  ist  die  Wirkung  desselben
natürlich  eine  andere.  Aussaugen  der  gebissenen  Stelle  ist  dann  das  erste,
was  man  tun  muß,  dann  Andampfungen,  um  Selbsttätigkeit  der  Gewebe  zu
erzielen,  d.  h.  kräftigere  Zirkulation,  Anregung  der  Schweißdrüsen  und  vermehrte
  Wärmeausstrahlung.

Bei  gewöhnlichen  Bißwunden  genügt  Reinigung  derselben  mit  heißem
Wasser,  um  etwaige  Schmutzstoffe,  Speichel  des  Tieres,  Sand  u.  dgl.  zu  entfernen;
dann  legt  man  einen  kühlen  Aufschlag  darauf  und  sorgt  für  warme  Bedeckung.
Nach  einigen  Stunden  verliert  sich  der  Schmerz.  Bei  heftigem  Stechen,  das
nervöse  Personen  oft  haben,  macht  man  ein  viertelstündiges  warmes  Bad
von  35  bis  38°  C.,  das  sehr  beruhigt.

Bittere  MDancdeln.  Die  Blausäure  in  den  Kernen  der  Steinfrüchtler
bewirkt  den  bitteren  Geschmack  auch  der  Mandeln.  Sie  wird  in  der  Arzneiheilkunde
  verwendet  etwa  im  Verhältnis  von  1:1000,  gehört  aber  zu  den
heftigsten  Giften,  weshalb  wir  davor  warnen.  Da  bittere  Mandeln  dem
Geschmack  unangenehm  sind,  haben  Hausfrauen  wahrlich  keinen  Grund,
besondere  Speisen  daraus  zu  bereiten.

Bitterlalz  (GBitterwasser)  wird  als  abführendes  Mittel  gebraucht  und
besteht  aus  schwefelsaurer  Magnesia.  In  den  Bitterwässern  von  Ofen,
Friedrichshall  usw.  ist  es  vorhanden  und  wird  zur  Stuhlerzeugung  oft  monatelang
  getrunken.  Hat  sich  der  Organismus  aber  einmal  daran  gewöhnt  und
handelt  es  sich  um  tiefersitzende  Darmstörungen,  dann  versagt  auch  das
Bitterwasser.  Nur  durch  Behebung  der  Ursache  einer  Verstopfung  wird  dieselbe
  geheilt.  Das  Bitterwasser  reizt  wohl  den  Darm  zu  größerer  Tätigkeit,
heilt  aber  den  eigentlichen  Krankheitszustand  nicht.  Es  kann  also  gelegentlich
vorübergehend  zu  Hilfe  genommen  werden,  um  raschere  Entleerung  alter  Kotmassen
  zu  erzielen,  nicht  aber  um  einen  Menschen  dauernd  von  chronischer
Darmträgheit  zu  befreien.

Man  rühmt  den  Bitterwässern  nach,  daß  sie  weder  Schmerz  verursachen,
noch  angeblich  Reizzustände  zurücklassen.  Dagegen  bekommen  sie  bei  schwachem
Magen  diesem  oft  sehr  schlecht.

Blähbbals  (Kropf).  Die  Schilddrüse  sitzt  vorn  am  Halse  mit  ihrem
schmalen  Teil  auf  der  Luftröhre  und  breitet  rechts  und  links  ihre  breiteren
Flügel  aus.  Verdickt  sich  die  ganze  Drüse,  so  spricht  man  von  Blähhals,
schwellen  und  verändern  sich  nur  einzelne  Teile  derselben,  so  nennt  man  die
Verunstaltung  „Kropf“.  Er  verändert  die  natürliche  Halsform  und  übt  auf
die  unteren  Organe  oft  solchen  Druck  aus,  daß  sogar  heftige  Erstickungsanfälle
entstehen.  Man  unterscheidet  verschiedene  Kropfformen,  z.  B.  „Hängekropf“,
„Knollenkropf“  usw.,  je  nach  seiner  Größe  und  Gestaltung.  Das  Drüsengewebe
zerfällt  dabei  und  verwandelt  sich  in  eine  breiige  Masse.  Über  die  Ursache