Blutfleckenkrankheit.  531

z.  B.  Zahnreißen,  Schnitt  in  den  Finger  usw.  ängstlich  hüten.  Die  eigentliche
Ursache  dieses  ernsten  Zustandes  ist  noch  nicht  festgestellt)  man  nimmt  Schwäche
der  Gefäßwände,  mangelhafte  Beschaffenheit  des  Blutfaserstoffes  (welcher  die
Gerinnung  des  Blutes  bewirkt)  und  vielleicht  auch  Mangel  an  Blutsalzen  an.
Die  Krankheit  des  „Blutens“  (Hämophilie)  ist  sehr  erblich;  daran  Leidende
sollten  daher  niemals  heiraten.  Man  nennt  sie  „Bluter“.

Behandlung.  Zufuhr  von  Blutsalzen  in  Form  von  nicht  gebrühten
Gemüsen,  Molken,
Dr.  Lahmanns
Nährsalzextrakt.
Hensels  Salze,
Allgemeinkräftigung
  durch  Atemgymnastik,
  Bergsteigen,
  Massage,
Bäder,  Vermeidung
  von  Fleisch,
Alkohol,  Tabak,
Kaffee  sind  zu  empfehlen.
  Wenn  man
schon  bei  Kindern
in  dieser  Weise
beginnt,  wird  man
in  manchem  Falle

etwas  erreichen.

Blutflecken-Rrankbeit.

  Fig.  307.  Beinbad  in  QOnerlage.

(Purpurahaemorrhagica.)

  Infolge  Zerreißung  kleiner  Blutgefäße  unter  der  Haut  entstehen  mißfarbene
  Blutflecken  von  anfänglich  blauroter  Färbung,  die  meist  klein  sind,
aber  auch  Pfennigstückgröße  erreichen.  Auch  Blutungen  im  Darm,  Magen,
Uterus  usw.  kommen  vor.  Das  Wesen  der  Krankheit  besteht  in  großer
Zerreißbarkeit  der  Gefäßwände.  Merkwürdigerweise  tritt  sie  auch  bei  kräftigen
Individuen  auf.

Behandlung.  Die  Konstitution  des  Kranlen  muß  sorgfältig  studiert  und
darnach  die  Behandlung  eingerichtet  werden.  Heiße  Getränke  und  Bäder  müssen
vermieden  werden,  ebenso  Erregungen  und  erregende  Getränke  (Alkohol,  Tee,
Kaffee,  Fleischbrühe);  dagegen  werden  Lustbad  und  Sonnenbad,  auch  im  Winter
(Glashütte),  eventnell  zarte  Streichmassage,  Nährsalzzufuhr  (siehe  „Bluter"),
gut  angepaßte  Wasseranwendungen,  Teilpackungen  von  großem  Nutzen
sein.  Arzneimittel  haben  noch  keine  Heilung  gebracht  (siehe  unsere  Tafel
„Hautkrankheiten").

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