532  Bluthusten  —  Blutstillende  Mittel.

Blutbuften.  Er  ist  nicht  immer  so  gefährlich  wie  er  den  meisten
Menschen  erscheint,  die  sich  vor  Blut  fürchten,  und  entsteht  durch  Bersten
kleiner  Blutgefäße  in  den  Luftwegen.

Er  ist  jedoch  von  ernster  Bedeutung,  wenn  er  aus  Lungenhöhlen  stammt,
die  durch  Zerfall  des  Lungengewebes  entstanden  sind,  das  dann  im  Auswurf
vorhanden  und  sich  zuweilen  durch  dessen  üblen  Geruch  bemerkbar  macht.
Dann  ist  der  Bluthusten  ein  Zeichen  der  Lungentuberkulose.

Das  Auswerfen  kleiner  Blutmengen  aber,  ohne  nachweisbar  schweres
Lungenleiden,  beweist  nur  Schwäche  der  Gefäße  und  UÜberfüllung  derselben
mit  Blut  in  den  Luftröhren.  Immerhin  ist  der
Betreffende  als  empfindlicher  Mensch  zu
betrachten  und  sehr  zu  schonen.  Bei  richtiger
RPflege  und  Behandlung,  bei  sorgfältiger  ärztlicher
  Uberwachung  wird  er  meistens  geheilt,
doch  bedarf  es  längerer  Zeit  dazu.  (Siehe
„Blutbrechen“.)

Blutschwäre  (Furunkel,  Abszeß)  tritt
selbständig  oder  als  Begleitsymptom  einer
anderen  Krankheit  auf,  so  bei  Zuckerkrankheit,
bei  Säufern  und  herabgekommenen  Personen,
infolge  allgemeiner  Säfteverderbnis,  auch  im
Kindbettfieber.  Diät  und  Wasser  sind  die
Hauptheilmittel.  (Siehe  Abszeßbehandlung.)

Blutspucken.  (Siehe  Blutbrechen
und  Lungenschwindsucht.)  Ein  leichter  kurzer
Husten,  bei  dem  blutig  gefärbte  Schleimmassen
ausgeworfen  werden,  fordern  stets  zu  gründlicher
  ärztlicher  Untersuchung  auf.  Am  Anfange
  der  Entwicklung  einer  schweren  Krank-Druck

  auf  die  Schenkelarterie.  heit  läßt  sich  durch  die  physikalisch-diätetische
Heilmethode  unerwarteter  Erfolg  erzielen.

Blutstillende  Mittel.  Bei  Verwundungen,  bei  Blutern,  bei  Nasenbluten,
  bei  Wöchnerinnen  usw.  treten  zuweilen  infolge  des  Zusammentreffens
mehrerer  Umstände  sogenannte  „unstillbare“  Blutungen  ein.  Da  muß  man
Mittel  kennen,  um  diese  zum  Stehen  zu  bringen,  wenn  nicht  Lebensgefahr
eintreten  soll.  Das  abfließende  Blut  kann  langsam  sickern,  es  kann  tröpfeln,
es  kann  spritzen,  je  nachdem  ein  Gewebe,  eine  Vene  oder  eine  Arterie
geöffnet  ist.  Je  nach  der  Art  der  blutenden  Wunde  oder  dem  Allgemeinzustande
  ist  auch  das  anzuwendende  blutstillende  Mittel  verschieden.  Das  erste,
was  gewöhnlich  zur  Blutstillung  getan  wird,  ist  das  Verstopfen  der  Wunde,
wozu  auch  „Tamponade“,  das  ist  Ausfüllen  mit  Gaze=  oder  Wattetampons,
  gerechnet  wird.  Einfacher  Fingerdruck  ist  das  nächstliegende