Blutstillende  Mittel.  533

Mittel,  spritzende  Arterien  zu  verschließen,  solange  nichts  anderes  zu  Gebote
steht.  Kleine,  etwa  achtfache  Kompressen,  in  heißes  Wasser  gelegt
und  fest  aufgebunden  (siehe  Fig.  311),

sind  ein  vortreffliches  Stillungsmittel,
  ferner  Hochlegen  des  8
blutenden  Teiles,  um  den  Zufluß
zu  vermindern,  und  Abschnürung
des  zuführenden  Gefäßes  (siehe
Fig.  312).  An  Armen  und  Beinen
ist  letzteres  gut  auszuführen,  eine
Binde  auch  bald  angelegt,  die  Hochlagerung
  leicht  bewerkstelligt;  aber
bei  Wunden  am  Rumpfe  ist  die
Sache  schwieriger.  Oft  muß  da  die
zuführende  Arterie  bloßgelegt  und  ,  ,-«
unterbunden  werden,  was  nicht  nur  Fig.  309.  Das  Zusammenpressen  der  Hals—
zeitraubend  ist,  sondern  auch  ge—  pulsadern  mit  der  Hand.
fährlich  sein  kann.

Aber  auch  die  Unterbindung  ist  bei  inneren  Blutungen,  schwammigen
Geweben  usw.  nicht  immer  möglich.  Man  sucht  dann  hur  starke  Kälteeinwirkung
  zusammenziehend  zu  wirken,  dann,
indem  man  mittelst  eines  Glüheisens  einen
verschließenden  Schorf  bildet,  endlich  durch  verschiedene
  innere  und  äußere  Arzneimittel.  Eisenchlorid
  war  früher  stark  im  Gebrauch,  hat  aber
große  Nachteile;  jetzt  benützt  man  Tannin,
Mineralsäuren,  Einspritzungen  von  Ergotin
bei  Uterusblutungen  usw.  (siehe  „Ergotin“).  Der
Mittel  gibt  es  viele;  dennoch  stirbt  so  manch  einer
an  innerer  oder  äußerer  Verblutung,  weil  keine
Hilfe  in  der  Nähe  war,  weil  sich  die  Anwesenden
nicht  zu  helfen  wußten,  weil  der  Arzt  den  Zustand
nicht  erkannte  oder  —  weil  alle  Bemühungen  vergeblich
  waren.  Verstopfung,  Abschnürung
und  Temperatureinflüsse  sind  die  wirksamsten
und  unschädlichsten  blutstillenden  Mittel,  die  auch  1
in  jedem  Hause  ausgeführt  werden  können.  ·  Fig.  810.

Um  bei  äußeren  Blutungen  sofort  zu  wirken,  *  Zulammenbressen  ver
ist  Fingerdruck  auf  die  zuführende  Arterie  Armp  mit  der  Hnd.
das  einfachste  Mittel.  Unsere  drei  Abbildungen
Fig.  308  bis  310  zeigen  uns,  an  welchen  Stellen  man  bei  Arm-,  Beinoder
  Kopfblutungen  die  Arterien  fassen  muß,  um  den  Zufluß  zu  unterbrechen.