534  Blutüberfüllung.

Leider  ermüden  die  Hände  aber  rasch,  außerdem  ist  es  für  nichtärztliche
Personen  schwer,  die  rechte  Stelle  sogleich  zu  finden.  Die  Abschnürung
des  Gliedes  oberhalb  der  Wunde  nach  Fig.  312  ist  dann  das  nächste  Verfahren,
  doch  schnüre  man  nicht  zu  fest  zu,  lockere  auch  die  Binde  nach  einer
Viertelstunde  ganz  vorsichtig.  Man  findet  die
zuführende  Arterie  am  schnellsten,  wenn  man  in
der  angegebenen  Richtung  ihren  Puls  sucht.
Absolute  Ruhe  des  Blutenden,  Bengung
des  verwundeten  Gliedes,  um  die  Adern  abzuknicken,
  ableitende  heiße  Bäder  bei  Nasenbluten
  mit  gleichzeitigen  kalten  Aufschlägen
zwischen  den  Schulterblättern,  starke  Kaubewegungen,
  Aufhängen  an  den  Armen  sind  auch
blutstillende  Mittel,  die  man  im  Hause  gebrauchen
-—  —  kann.  Bei  Gebärmutterblutungen  sind
H  Wechselspülungen  von  50°%  und  15°%  C.,  Tam-Druckverband
  bei  einer  Wunde  ponade  (Verstopfen  der  Scheide  mit  Watte),
auf  dem  Rücken.  ableitende  Arm=  oder  Rückengüsse,  heiße
Vollbäder,  je  nach  dem  Charakter  der  Blutung,  oder  innere  Massage,
als  letztes  Mittel  die  Ausschabung  sehr  wirksam.  Der  Zustand  der  Kranken
entscheidet  über  die  Wahl  der  Mittel;  ohne  ärztliche  Leitung  unternehme  man
jedoch  nichts,  weil  man
täglich  erlebt,  wie  Laien
sich  über  ihren  oder  den
Zustand  anderer  täuschen
und  verkehrte  Anwendungen
machen.  Zusammenziehend
wirkt  Tormentiltee,  den
man  gerne  schon  8  Tage
vor  Eintritt  der  Menstruation
  gibt  und  direkt
blutstillend  hat  sich  Schafgarbentee
  in  manchen
Fällen  bewährt,  die  beide
den  Vorzug  haben,  nicht
giftig  zu  sein.
Blutüberfüllung  (Hyperämie).  Wenn  die  Blutzufuhr  zu  einem
Organ  gesteigert  ist  oder  der  Blutabfluß  vermindert,  dann  entsteht  überfüllung
  desselben  (Andrang  oder  Stauung).  Wasseranwendung,  Massage,
Gymnastik  steigern  die  Blutzufuhr  zur  Haut,  zu  den  Muskeln.  Nervöse
Zirkulationsstörungen,  Gewebeerkrankungen,  Venenerweiterungen  behindern  den
Abfluß  des  Blutes  aus  den  Organen.  Die  Nase  bei  jugendlichen  Personen,