Blutungen  —  Blutversprechen.  535

die  an  Katarrh  leiden,  die  Gebärmutter  bei  Frauen  mit  Entzündungen  usw.
weisen  immer  Blutüberfüllung  auf,  ein  Zustand,  der  stets  drückend  und  unangenehm
  empfunden  wird.  Krampfadern,  Verstopfungen  in  den  Gallengängen
  u.  a.  führen  zu  Stauungen.

Blutungen.  Spritzende  Arterien  (siehe  Fig.  313)  werden  vom
Arzt  unterbunden,  fließende  Venen  (siehe  Fig.  314)  mit  Druckverband
geschlossen,  sickernde  Gewebeblutungen  durch  einfachen  Verband  (siehe  diesen)
oder  Kälte  zum  Stillstand  gebracht.  Sehr  gefährlich  sind  Blutungen  in  das
Hirn,  in  den  verschlossenen  Uterus,  in  die  Bauchhöhle.  Sie  werden  nicht
immer  gleich  erkannt  und  wenn  auch,  so  sind  ableitende  Anwendungen  auch
nicht  immer  wirksam  genug.  Bei  Erkrankungen  der  Gefäßwände  entstehen
solche  innere  Blutungen,  und  man  spricht  dann  von  „Herzoder
  Hirnschlag“,  der  meist  tödlich  wirkt.

Magen-,  Lungen-,  Darmblutungen  treten  immer  nach
außen,  da  sie  durch  Husten,  Erbrechen
und  Stuhlentleerungen  ausgeschieden
werden.  Man  lese  alles  nach,  was
über  Blut  vorstehend  gesagt  ist.

Blutversprechen.  Nicht  auf
„Zaunberei“  oder  Betrug  ist  es  zurückzuführen,
  wenn  einzelne  Personen  durch
Zureden  und  energische  Beeinflussung
Blutungen  zum  Stehen  bringen,  sondern
auf  Suggestion,  d.  i.  Willens=  und
Gedankenübertragung  seitens  willensstarker
  und  in  „Überredung“  geübter  —-Personen.
  Man  nannte  dieses  Ver—  Fig.  314.
fahren  früher  Heilung  durch  „Sym-  r  —

Fig.  313.  pathie"“.  Auch  im  häuslichen  Kreise  "
Urterielle  kann  solche  Beeinflussung  versucht  werden;  sie  wird  nicht
mac  #endac  ohne  Erfolg  sein.  Man  regt  die  Willenskraft  des  Kranken
an,  indem  man  ihm  einredet,  daß  er  die  Fähigkeit  habe,  die
Blutung  zu  unterdrücken,  und  indem  man  ihm  immer  wiederholt,  daß  nun
die  Blutung  sicher  stehe  usp.  Vorher  sehe  man  auf  Konzentrierung  des
Kranken,  verlange  Unterdrückung  aller  Nebengedanken  und  Interessen,  lege
ihm  die  Hände  auf,  während  er  selbst  ganz  ruhig  liegen  muß,  und  rede
ruhig  und  bestimmt  ein.  Ob  bei  Strichen  der  Hände  nach  abwärts  und  dem
Einfluß  derselben  auf  den  Körper  des  Kranken  auch  Magnetismus  einwirkt
oder  nicht,  ist  noch  bestritten;  sicher  ist,  daß  wir  schon  durch  bloßes  Auflegen
der  Hände  und  durch  unsern  Blick  beruhigend  und  schmerzstillend  einwirken
können;  also  ist  eine  ähnliche  Wirkung  auf  das  Nervensystem  auch  bei
Blutungen  nicht  ausgeschlossen.  Ziehen  sich  aber  Gefäßwände  zusammen,