538  Brausebad  —  Brechdurchfall.

Auf  den  Kehlkopf  macht  man  häufig  gewechselte  kalte  Aufschläge  auch
mit  Eiswasser,  dann  ableitende  Fußdampfpackungen,  Klystiere  usv.  Nimmt
die  Erstickungsgefahr  zu,  so  wird  Erbrechen  zu  erzielen  gesucht,  indem  man
Kindern  einen  Löffel  Rizinusöl  oder  warmes  Wasser  mit  Ol  oder  Salz
eingiesßt,  weil  durch  die  Erschütterung  bei  den  Würgebewegungen  sehr  häufig
Fetzen  mit  ausgeworfen  werden,  wonach  bedentende  Erleichterung  eintritt.
Bei  vorhandener  Herzschwäche  ist  die  Behandlung  aber  sehr  schwierig,  und
Dauer  und  Art  der  Anwendungen  sind  nur  mit  dem  Anrzt  zu  besprechen,
niemals  nach  eigenem  Gutdünken  zu  machen.  Wenn  das  Fieber  vorüber  und
Erleichterung  eingetreten  ist,  sind  auch  heiße  Kompressen  auf  den  Kehlkopf
zur  Lösung  der  Massen  angezeigt,  auch  Rückenguß  von  14°  C.  regt  die
Selbsttätigkeit  mächtig  an.  Klopfmassage  des  Rückens  und  der  Brust
führe  man  bei  Erstickungsgefahr  aus,  und  der  Kehlkopfschnitt  bleibt  auch
noch  als  letztes  Rettungsmittel  übrig  (siehe  diesen).

Brauseback,  Dusche  oder  Regenbad.  Aus  kleinen  Löchern  läßt  man
Wasser  aus  gewisser  Höhe  auf  den  Badenden  träufeln;  je  stärker  sein  Druck
ist,  je  höher  es  herabfällt,  je  mehr  es  sich  von  der  Körpertemperatur  unterscheidet,
  desto  größer  ist  seine  Reizwirkung  auf  Haut  und  Nerven.  Darum
ist  es  auch  nicht  für  jedermann.  Da  der  Kopf  dabei  am  stärksten  getroffen
wird,  ist  auch  die  Wirkung  auf  die  Kopfhaut  sehr  stark  und  führt  oft  zu
Kongestionen.  Ein  natürliches  Regenbad  —  man  stellt  sich  entkleidet  unter
die  Tropfen  des  Himmels  —  wirkt  viel  milder,  daher  auch  viel  zuträglicher.
Menschen,  die  sich  durch  Alkohol,  Tabak,  geistige  Anstrengungen  schon  zu
viel  zugemutet  haben,  dürfen  solchen  Reizen  nicht  noch  andere  künstliche,  wie
die  kalte  Dusche  eine  ist,  hinzufügen.  Obwohl  sie  dieselben  oft  jahrelang
scheinbar  sehr  wohltätig  empfinden,  treten  doch  plötzlich  schlechte  Einwirkungen
zutage.  Die  gewöhnliche  Dusche  kommt  gewöhnlich  einem  Gewitterregen  gleich,
unter  den  sich  zu  stellen  gerade  nicht  zu  den  Genüssen  gezählt  wird.  Ein  mildes
Regenbad  kann  man  sich  herstellen,  wenn  man  den  wasserhaltigen  Apparat
nicht  sehr  hoch  hängt,  laues  Wasser  nimmt  (am  besten  von  der  Sonne  angewärmt)
  und  die  Löcher  der  Rose  weit  auseinander  und  klein  machen  läßt.  Dann
ist  der  mechanische  Reiz,  Druck  und  Schwere  der  großen  Wassertropfen  nicht  bedeutend
  und  solche  Dusche  sehr  erfrischend.  Bei  Schlaffheit  der  Gewebe,  Verdauungsstörungen
  ist  Dusche  angebracht,  nach  einem  Sonnenbad  auch  sehr  angenehm.

Brausepulver.  Es  besteht  aus  doppeltkohlensaurem  Natron
und  Weinsteinsäure;  durch  Verbindung  der  letzteren  im  Wasser  wird  die
Kohlensäure  frei  und  reißt  im  Magen  vorhandene  Gase  mit.  Bei  Übelkeiten,
Magenkrampf,  Magendruck  und  ähnlichem  tritt  daher  durch  Brausepulver  oft
Besserung  ein.  Auch  bei  Migräneanfällen  wirkt  es  oft  wohltätig  und  sollte
daher  in  jedem  Hause  vorrätig  gehalten  werden.

Brechdurchfall  (Kindercholera).  Unreinlichkeit,  künstliche  Ernährung
der  Kinder  statt  Mutterbrust,  Sommerhitze,  angeborene  Verdauungsschwäche  usw.