548  Brusttee  —  Brüste.

Milde  Wasserbehandlung,  Halbbäder  mit  kühleren  Rückengüssen,  später  Sitzbäder,
  sorgfältige  Warmerhaltung  der  Füße  und  Pflege  der  Verdauung  bei
streng  fleisch=  und  reizloser  Kost  erzielen  oft  Wunder  von  Besserung.  Doch
bedarf  solche  Pflege  steter  ärztlicher  Leitung,  weil  der  Zustand  sich  oft  verändert
und  die  Kunst  darin  besteht,  stets  die  richtigen  Anwendungen  für  den  Kranken
zu  treffen.  Sehr  lange  läßt  sich  das  Leben  solcher  Kranken  hinziehen,  wenn
man  es  versteht,  ihre  Kräfte  zu  erhalten  und  der  Säfteverderbnis  entgegenzuwirken.
  Reicht  dann  aber  auch  die  zarte  Streichmassage  einer  jüngeren,
kräftigen  Person  nicht  mehr  aus,  oder  Heilmagnetismus,  um  Schmerz,
Unruhe,  Schlaflosigkeit  zu  mildern,  dann  greifen  auch  wir  zum  rettenden
Morphium  und  geben  den  Kranken  künstlichen  Schlaf  und  Vergessenheit.
Seine  Aufnahme  im  Organismus  beschleunigt  natürlich  die  Abnahme  der
Kräfte,  aber  kann  man  es  verhüten  wollen,  wenn  Heilung  ausgeschlossen  und
der  Leidenszustand  für  die  Kranke  sowohl  wie  für  die  Umgebung  eine  unerträgliche
  Höhe  erreicht  hat?!  Also:  Vorbengung  bei  Kindern  krebskranker
Eltern,  zuweilen  frühzeitige  Operationen  bei  festgestelltem  Brustkrebs,  milde
Wasser=  und  diätetische  Behandlung  während  des  Krankheitsverlaufes  und
zur  Erleichterung  des  Todes  auch  Morphium,  wenn  anderes  versagt.
Brulttee.  Er  besteht  aus  einer  Kräuterabkochung,  welche  auf  die
Schleimabsonderung  günstig  einwirkt.  Man  verwende  Eibisch,  Süßholz,
Veilchenwurzel,  auch  Huflattich,  Anis,  Feigen  usw.  dazu  und  erhält
die  Mischung  fertig  in  den  Apotheken.  Doch  nehme  man  nicht  zuviel  davon,
da  Brustpackungen,  unter  Umständen  auch  heiße  Kompressen  auf  die
Lockerung  des  Auswurfs  noch  besser  einwirken,  ohne  den  Appetit  zu  verderben.

Brustwassersucht.  Nach  schweren  Krankheiten,  aber  besonders  bei
Herzleiden,  wenn  infolge  vermehrten  Druckes  in  den  Blutgefäßen  Blutwasser
aus  denselben  austritt  und  alle  Körperhöhlen  überschwemmt,  dann  sammelt
sich  auch  im  Brustfell  Flüssigkeit  an,  welche  die  Lunge  sehr  beengt.  Brustwassersucht
  tritt  daher  immer  nur  als  Folgekrankheit  auf.

Sie  unterscheidet  sich  von  der  Entzündung  dadurch,  daß  der  Schmerz
und  das  Fieber  fehlen,  dagegen  aber  die  Atemnot  viel  größer  ist.  Sie  ist
oft  unheilbar,  wenn  man  ihre  Ursache,  die  Herzunfähigkeit  nicht  mehr  beheben
kann;  es  lassen  sich  also  nur  Erleichterung  und  Milderung  bringen.  Dazu
gehört  die  Ableitung  des  Wassers  durch  Bettdampfbäder  der  Beine,  vorsichtige
  Atemgymnastik  nach  Kofler,  um  durch  kräftigeres  Ansangen  der
Venen  die  Stanung  zu  vermindern,  und  schließlich  Abzapfung  des  Wassers
durch  Einstich  in  einen  Zwischenrippenraum.  (Siehe  „Bauchwassersucht".)

Brüste,  zu  kleine.  Gar  manche  Jungfrau  hat,  trotz  scheinbarer
Gesundheit,  auffallend  kleine  Brüste  mit  oft  eingezogenen  Warzen,  ohne  übermäßig
  mager  zu  sein.  Im  Hinblick  auf  die  Ehe  und  wahrscheinlicher  Stillungsunfähigkeit
  sollte  alles  Mögliche  getan  werden,  um  eine  bessere  Entwicklung
der  Brustmuskel  und  der  Milchdrüsen  zu  erzeugen.  Bewährt  haben  sich