Bubonen  —  Buckel.  549

folgende  Maßnahmen:  1)  tägliche  Hantelübungen  bei  entblößtem  Körper
nach  Sandow,  oder  auch  am  Muskelstärker  (siehe  Tafel  22  und  30);  2)  tägliche
  Begießung  der  Brüste  mit  ganz  kaltem  Wasser;  3)  Massage  derselben,
die  in  zarten  Schüttelungen  und  sanftem  Kneten  und
Streichen  besteht.  Nach  solcher  Behandlung,  die  mit
Unterbrechungen  monatelang  fortgesetzt  werden  kann,
wird  eine  darauffolgende  Verehelichung  in  den  meisten
Fällen  günstig  einwirken.  Zu  kleine  Warzen  müssen
täglich  hervorgezupft  werden,  eingewachsene  auch  operativ
behandelt  werden.  Korsett  sofort  ablegen!

Bubonen.  Die  Leistendrüsen  schwellen  bei  Entzündungen
  und  Eiterungen  an  den  Beinen  oder  am  Becken
gerne  an;  es  gibt  aber  auch  eine  bösartige  Entzündung  derselben,
  wenn  eine  geschlechtliche  Ansteckung  erfolgt  ist.  Sie
bleiben  in  diesem  Falle  lange  hart  und  groß  und  vereitern
selten.  Dies  beobachtet  man  bei  Syphilis.  Anders  ist  es  ,-beim
  weichen  Schanker,  wo  die  Vereiterung  die  Regel  ist.  Fi.  323.

Behandlung.  Das  rrsächliche  Leiden  muß  Tuberkulose  der
selbstverständlich  zuerst  in  Angriff  genommen  werden.  Wirbelsäule.

.  .  .  (Buckel.)

Schmerzhafte  Bubonen  werden  mit  warmen  Aufschlägen
  am  besten  beruhigt,  auch  indem  man  Ruhelage  einhält.  Glaubt
man  es  zur  Eiterung  bringen  zu  können,  so  sind  heiße  Breiaufschläge,
warme  Sitzbäder  von  viertelstündiger  Dauer  am  Platze.

Buckel.  Hervorstehende  Verkrümmungen  des  Rückens
(Fig.  323),  entstanden  durch  ursprüngliche  Verbiegung  der
Wirbelsäule  und  einseitige  Vorbuchtung  der  Rippen,  nennt
man  Buckel.  Er  verunstaltet  den  ganzen  Menschen,  gefährdet
  die  Lunge,  die  aus  ihrer  normalen  Lage  gehoben
wird,  und  macht  aus  dem  schlanksten  Menschen  einen  bedauernswerten
  Krüppel.  Hier  heißt  es  vor  allem  vorbeugen,
  verhindern,  daß  aus  der  leichten  Verbiegung  der
Wirbelsäule  ein  „Buckel“  werde!  Dazu  ist  Gesundheitslehre
und  sind  die  Augen  der  wachsamen  Mutter  da.  Recht  oft  «
müssen  die  heranwachsenden  Kinder  nackt  angesehen  werden,  Fig  321.
damit  die  Entstehung  dieses  Übels,  das  für  Mädchen  geradezu  Tuberkulose  der
glückzerstörend  wird,  rechtzeitig  erkannt  werde.  Und  daun  Wirbelsänle.
heißt  es  energisch  zugreifen,  durch  Massage,  Gymnastik,  e##
Diät,  jahrelang  immer  wieder,  bis  normale  Verhältnisse  erzielt
sind.  Auch  ist  hier  zur  Befestigung  des  Knochengewebes  die  Henselkur  (Zuführung
  mineralischer  Stoffe)  am  Platze,  wenn  bestimmte  Zustände  dafür  keine
Gegenanzeige  bilden.  —  Bei  Knochentuberkulose  findet  Zerstörung  der
Wirbelknochen  statt,  deren  Folge  unheilbare  Verkrümmung  ist.  (Siehe  Fig.  324.)