550  Celsius  —  Chloroform.

Ö.

Cellius.  Reaumur  hat  seinen  Thermometer  in  80  Teile  geteilt,
Celsius  in  100  (also  in  kleinere),  Fahrenheit  in  140.  Um  alle  Maße
einheitlich  zu  haben,  hat  man  angeregt,  auch  in  der  Wasserheilkunde  die
Hundertteilung,  also  den  Thermometer  nach  Celsius,  einzuführen.  Da  die
meisten  ärztlichen  Werke  aber  nur  nach  Reaumur  Angaben  machten,  stellte
sich  die  Notwendigkeit  heraus,  eine  Umrechnungstafel  zur  leichteren
Zurechtfindung  herzustellen.  Dieser  Aufgabe  ist  der  Verlag  von  Max
Richter,  Berlin,  im  Auftrag  der  ärztlichen  Zeitschrift  „Archiv  für
physikalisch-diätetische  Therapie“  gerecht  geworden,  und  wir  bringen
hier  eine  Wiedergabe  derselben,  um  allen  Hausfrauen  die  Umrechnung  zu
erleichtern.  (Siehe  Fig.  325.)

Champagner.  Dieser  ist  bekanntlich  eine  in  hohem  Ansehen  stehende
französische  Weinsorte,  deren  großer  Gehalt  an  Kohlensäure  von  sehr  belebender
  Wirkung  ist.  Bei  großer  Schwäche,  drohenden  Ohnmachten,  Übelkeiten
  wirkt  er  vorübergehend  günstig  ein;  wird  er  aber  als  Genußmittel
häufig  genossen,  so  kommt  sowohl  sein  Alkoholgehalt  wie  seine  übermäßige
Kohlensäure  in  unangenehmer  Weise  zur  Geltung,  indem  ersterer  lähmend
auf  das  Gehirn,  letztere  verdauungsstörend  wirkt.  Es  sei  also  ausdrücklich
vor  dieser  verführerischen  Flüssigkeit  gewarnt.  Alkoholfreien,  sehr  schmackhaften
  Sekt  liefert  die  Weinmostkelterei  Lampe  in  Worms.

Cbinesischer  Tee.  Im  Kapitel  über  „Ernährung“  ist  seiner  schon
gedacht  worden.  Der  tägliche  Genuß  ist  besonders  Mageren  oder  Nervösen
dringend  abzuraten,  dagegen  ist  er  zuweilen  bei  nervösen  Magenübeln,  Kopfschmerz,
  Widerwillen  gegen  Milch  (man  mische  diese  dann  mit  Tee),  Appetitlosigkeit
  uspv.  sehr  verwendbar  und  beliebt.  über  das  Aroma  und  den
Wohlgeschmack  der  feineren  Sorten  ist  nichts  Neues  zu  sagen.  Daß  er
vielen  Personen  auch  Schlaflosigkeit  bringt,  ist  gleichfjalls  bekannt  und  beweist
seinen  Einfluß  auf  das  Nervensystem.

Chloralhydrat.  Dieses  ist  ein  vielgebrauchtes  Schlafmittel,  auch
in  der  Frauenwelt  sehr  bekannt.  Zuerst  scheint  es  keine  Nebensymptome  zu
verursachen  und  bringt  wirklich  ruhigen,  oft  lange  entbehrten  Schlaf.  Nach
einiger  Zeit  aber,  wenn  man  immer  und  immer  wieder  nach  ihm  gegriffen,
treten  schwere  Schädigungen  des  Nervensystems  auf,  so  daß  selbst  allopathische
Arzte  vor  seiner  Anwendung  warnen.  Man  suche  bei  Schlaflosigkeit  zuerst
ihre  Ursachen  zu  ergründen,  behandle  diese  und  wende  gegen  Schlaflosigkeit
nur  harmlose  Mittel  an.

Cbloroform.  Mit  dem  Aufschwung  der  Operationskunst  trat  auch
die  Notwendigkeit  ein,  das  durch  die  Operation  verursachte  Schmerzgefühl
zu  nehmen  und  den  Kranken  an  störenden  Bewegungen  zu  hindern.  Da