Dammriß.

D.

Dammriß.  Damm  heißt  diejenige  Hautpartie  zwischen  den
Geschlechtsteilen  und  dem  After,  welche  beim  Weibe  während  des  Gebäraktes
  sehr  ausgedehnt  wird,  und  welche  zur  Erhaltung  eines  festen  Beckenbodens
  und  der  normalen  Lagerung  der  Scheide  unversehrt  bleiben  muß.
Infolge  zu  großen
Kopfes  des  Kindes,
infolge  zu  weicher,
nachgiebiger  Gewebe
  reißt  der
Damm  bei  Erstgebärenden
  sehr
häufig  ein.  Wird
er  nicht  genäht,  so
vernarbt  er,  es
bleibt  aber  ein
dauernd  verkürzter
  Damm.

Tritt  vermehrter
  Druck  von  oben
hinzu,  Erschlaffung
aller  Beckenorgane,
so  entsteht,  besonders
  nach  wiederholten
  Entbindungen,
  sehr  leicht
ein  Scheidenvorfall.
  Das  ist  die
Vorbuchtung  einer  Fig.  327.  Fußdampfbad  für  den  Hausgebrauch.
Scheidenwand,  die
dann  wie  eine  kleine  Kugel  am  Scheideneingang  vorhängt  und  auch  beschwerlich
  werden  kann.

Jeder  frische,  also  blutende  Dammriß  ist  eine  schmerzhafte  Hantwunde,
die  sehr  rein  gehalten  werden  muß,  damit  sie  nicht  eitrig  wird.  Sie  heilt
schnell  bei  entsprechender  Pflege  (siehe  „Wochenbett“,  II.  Teill,  kann  unter
Umständen  aber  auch  wochenlang  eitern.  Man  unterscheidet  Dammrisse  ersten,
zweiten  und  dritten  Grades;  Dammrisse  zweiten  und  dritten  Grades
müssen  am  besten  sofort  genäht  werden,  teils  um  ihre  Heilung  zu  beschleunigen,
  teils  um  den  Damm  für  die  Zukunft  zu  erhalten.  Zwei,  drei  Stiche
genügen  meist,  um  die  Wundränder  aneinander  zu  bringen.  Schlecht  ver-