558  Dampfbad.

freie  Luft  ein,  und  die  innere  Erregung  wird  niemals  so  hochgradig  wie  beim
römischen  Dampfbad.  Dennoch  vertragen  auch  dieses  so  viele  Menschen  nicht.
Wir  behaupten,  daß  für  etwa  60%⅝  aller  weiblichen  Patienten  Dampfbäder
gar  nicht  anwendbar  sind.  Dreiviertelpackungen  mit  Dampfkruken,  Heißluftbäder
  kommen  für  solche  in  Betracht;  sehr  oft  muß  man  aber  überhaupt
von  allen  heißen
Anwendungen  absehen.
  Wir  bringen
daher  in  unserem
Buche  nur  den
Hinweis  auf  die
weit  unschädlicheren
  Teildämpfe  und
geben  Erklärungen
sowie  Abbildungen
für  den  Hausgebrauch.


In  Kuranstalten
werden  Schläuche
zu  Güssen,  eigens
konstruierte  Kästen
und  Apparate,
Dampfleitung  usw.
verwendet,  die
selbstredend  sehr  bequem
  sind;  in  der
bürgerlichen  Haushaltung
  aber  gibt
es  dergleichen  Einrichtungsstücke


nicht.  Dennoch  soll
—  dasselbe  Bad  aus-2

  E—

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Fig.  330.  Kopfdampfbad.  geführt  werden!  —

Da  muß  denn  gezeigt

  werden,  wie  man  mittelst  einfacher  Geräte,  ohne  große  Umstände,  die
Sache  zustande  bringt.  Ein  alter  Rohrstuhl  und  darunter  den  Spirituskocher
aus  der  Küche,  —  das  gibt  einen  prächtigen  „Sitzdampf“!  (Fig.  328.)
Dieselbe  Dampfquelle  mit  kleinem  Kochtopf,  ein  festes  Bettuch  und  die  Stellung,
wie  auf  Fig.  330  angegeben,  verschafft  uns  den  oft  so  wirksamen  Kopfd  ampf.
Beim  Fußdampf  bedürfen  wir  eines  Rahmens,  oder  wenigstens  zweier  Latten,
um  den  Jüßen  eine  kräftige  Unterlage  zu  schaffen  und  den  Dampf  auf  die  Sohlen
zu  leiten;  doch  genügt  im  übrigen  jede  Kinderwanne  oder,  wie  auf  Fig.  327,