Darmgeschwüre  —  Darmkatarrh.  563

Behandlung.  Jene  Darmisteln,  die  in  der  Nähe  des  Afters  entstehen,
werden  von  der  Schulmedizin  stets  durch  Operation  geheilt.  Man  schneidet  den
Eitergang  auf,  indem  man  den  Afterschließmuskel  durchtrennt,  schafft  dadurch  eine
offene  Wunde,  die  dann  natürlich  leichter  zu  reinigen  ist,  und  nähr  sie  wieder  zu.
Mittelst  einer  Sonde  fühlt  man  dem  Fistelgange  nach  und  sucht  die  andere
Offnung  zu  finden,  um  sich  von  der  Beschaffenheit  der  Fistel  zu  überzeugen-Dampfkompressen,

  Ausspülungen,  Wattetampons,  Schwitzpackungen,  leichte
vegetabilische  Kost  usw.  führen  zuweilen  auch  zur  Heilung,  wenn  auch  nicht
in  so  kurzer  Zeit;  dafür  hat  man  aber  die  Beruhigung,  daß  ein  so  wichtiger
Muskel,  wie  der  Schließmuskel  am  After,  nicht  verletzt  wurde  und  der  natürliche
  Verschluß  des  Darmrohres  also  gesichert  bleibt.  Bei  veralteten  Fisteln
führt  allerdings  die  Operation  am  schnellsten  zum  Ziel.

Darmgeschwüre.  Sie  entstehen  durch  verschiedene  Ursachen  und
führen  zu  häufigen,  oft  auch  stärkeren  Blutungen.  Bei  Typhus,  Syphilis,  alten
Darmkatarrhen,  Tuberkulose,  Vergiftungen  usw.  entwickeln  sich  Geschwüre  an
der  Schleimhaut,  die  zu  schweren  Störungen  Veranlassung  geben  können.

Behandlung.  Alles  Erregende  vermeiden;  Bettruhe,  warme  Leibaufschläge,
  später  warme  Sitzbäder,  Milch=  und  Schleimdiät,  wenn  angebracht
leichte,  laue  Klystiere,  Rückengüsse,  auch  Wadenpackungen,  sind  unter  ärztlicher
  Aufsicht  auszuführen.

Nach  dem  Versiegen  des  Eiter=  und  Blutabganges  reichhaltigere,  aber
vorsichtige  Diät,  um  zur  Wiedererlangung  der  verlorenen  Kräfte  zu  verhelfen.
Reis,  Grieß,  Haferspeisen,  Apfelmus,  weiche  Eier,  reichlich  Milch,  zarteste
Gemüse  bringen  bald  die  verlorene  Körperfülle  wieder.

Darmhhatarrb.  Man  unterscheidet  chronischen  und  akuten  Darmkatarrh.
  Gewöhnlich  werden  nur  einzelne  Teile  des  Darmes  befallen;  in
ihren  Erscheinungen  sind  Katarrh  des  Dünndarms  und  Dickdarms  verschieden.
Ersterer  äußert  sich  mehr  durch  Leibschmerzen;  zahlreiche  wässerige  Stühle,
blutig-schleimige  Entleerungen  mit  heftigem  Stuhldrang,  Appetitlosigkeit,  auch
Fieber  können  gleichzeitig  bestehen.  Beim  Dickdarmkatarrh  gehen  oft  Schleimhautfetzen
  mit;  Schleimklumpen  umhüllen  die  Kotknollen;  brennende  Schmerzen
treten  im  Mastdarm  auf  usw.  Wie  bei  allen  Darmkrankheiten  tritt  auch  hier
schlechtes  Aussehen  sehr  bald  ein,  ebenso  Abmagerung  und  Schwäche.

Bei  chronischem  Darmkatarrh  sind  die  Ausleerungen  unregelmäßig;
Verstopfung  wechselt  mit  Durchfall  ab,  der  Leib  ist  aufgebläht,  die  Gesichtsfarbe
blaß,  der  Kräftezustand  schlecht.  Wer  an  Darmkatarrh  gelitten  hat,  vermag  die
Wohltat  normaler  Darmtätigkeit  und  ihren  mächtigen  Einfluß  auf  unser  Gesamtbefinden
  zu  schätzen.  Niemals  lasse  man  Darmstörungen  unbeachtet  und  nie  halte
man  sie  für  unbedentend.  Wenn  man  erst  wirklich  elend  geworden  ist,  dann
wird  auch  die  Ausheilung  sehr  schwierig.  Also  lieber  die  Anfänge  beachten!

Behandlung.  Die  Diät  hat  man  zuerst  zu  regeln,  dann  für  Wärme
zu  sorgen,  ebenso  für  guten  Blutlauf,  damit  Hände  und  Füße  stets  warm