564  Darmkrebs.

bleiben;  Sonne,  frische  Luft,  tägliche  Bewegung,  wenn  Bettruhe  noch  nicht
nötig  ist,  Schwitzpackungen  in  der  einen  oder  der  anderen  Form,  je  nach  dem
Allgemeinzustand  des  Kranken,  um  die  fast  immer  darniederliegende  Hauttätigkeit
  wieder  einzuleiten,  werden  bald  zur  Heilung  führen.  Heidelbeersaft,
Milch  mit  Mondamin,  gekochte  Albertbisknits  (als  Brei),  Reis-Graupen-Haferschleim,
  Grießbrei,  dick  in  Milch  gekocht  (ohne  Butter  und  Zucker),
Preiselbeersaft  (nicht  Kompottl),  gedämpfter,  trockener  Reis,  Mandelmilch
(nicht  gesüßt!)  bringen  bald  Ruhe  für  den  Darm.  Eichelkaffee  mit  etwas
Milch  und  Zucker  ist  besonders  für  Darmschwache,  zu  Durchfällen  geneigten
Kindern  sehr  zu  empfehlen.  Massage  des  Banuches,  kleine  Klistiere  sind  nur
unter  Umständen  anzuwenden.  Kalte  Tauchbäder  für  das  Becken  sind
bei  heftigen  Durchfällen  mitunter  auch  sehr  wirksam.  Warme  Bauchflasche
und  kalte,  sehr  kräftige  Frottierung  der  Beine,  sofort  ausgeführt,
bringen  in  den  meisten  Fällen  schnelle  Besserung.

Bei  chronischem  Katarrh,  wenn  der  Allgemeinzustand  ein  guter  ist,
ist  Bergsteigen  bis  zum  Schweißausbruch,  täglich  bei  jedem  Wetter  auszuführen,
von  vortrefflicher  Wirkung.  Nächtliche  Rumpfpackungen,  Bein=  oder  Sitzdampf,
Diät  verschieden,  je  nachdem  Verstopfung  oder  Durchfall  eingetreten,  usw.
bringen  immer  Heilung,  wenn  nicht  etwa  ein  Bandwurm  oder  unheilbare  Geschwüre
  dahinterstecken.  (Siehe  „Bandwurm“.)  Niemals  unternehme  man  es
daher  allein,  einen  anhaltenden  Darmkatarrh  behandeln  zu  wollen;  eine  genaue
Untersuchung  des  ganzen  Zustandes  seitens  des  Arztes  ist  durchaus  nötig.

Darmkrebs.  Er  gehört  zu  den  seltenen  Krankheiten,  aber  wo  vielleicht
  erbliche  Anlagen  vorhanden  sind  und  durch  ungesunde  Lebensweise  beständig
  neue  Reize  und  Schädlichkeiten  auf  den  Darm  einwirken,  da  kann  er  sich
leicht  entwickeln.  Nervöse  Störungen  aller  Art  gehen  ihm  voraus,  bis  endlich
an  bestimmter  Stelle  eine  harte  Geschwulst  zu  finden  ist,  von  welcher  heftige
Schmerzen  ausstrahlen.  Solange  sie  das  Darmrohr  nicht  verschließt,  wird  der
Stuhlgang  nicht  wesentlich  beeinflußt;  ist  dies  aber  eingetreten,  dann  tritt
natürlich  Stuhlverstopfung  ein,  schließlich  auch  Koterbrechen  (Miserere),  weil  der
angesammelte  Kot  irgendwo  einen  Ausweg  sucht.  Das  ist  das  traurige  letzte
Ende!  Wie  bei  allen  Krebsgeschwülsten  treten  auch  hier  häufige  Blutungen  von
verschiedener  Stärke  ein,  welche  zum  raschen  Verfall  des  Kranken  beitragen.

Zuweilen  entwickelt  sich  Darmkrebs  aber  auch  ohne  erbliche  Anlage,
sogar  bei  Leuten,  die  Landbau  betreiben,  also  viel  im  Freien  arbeiten  und
eine  einfache  Lebensweise  führten.  In  solchen  Fällen  wäre  es  sehr  wichtig,
nach  verdeckten  Ursachen  zu  forschen,  um  doch  etwas  zur  Aufklärung  der
rätselhaften  Entstehung  des  Krebses  beizutragen.

Behandlung.  Vollständig  zu  operieren  ist  der  Darmkrebs  nur
selten,  naturgemäß  sind  die  operativen  Erfolge  nur  gering.  Durch  nahrhafte
  und  leichte  Kost  sind  die  Kräfte  des  Kranken  möglichst  lange  zu
erhalten;  warme  Wasser=  oder  Olklistiere,  warme  Sitzbäder,  heiße  Bauch-