Durchfall  —  Dyspepsie.  575

Auch  derlei  Drüsenerkrankungen  können  so  verschiedener  Art  sein,  mit  so
wichtigen  Nebenerscheinungen  verknüpft  auftreten,  daß  sie  ganz  verschieden
behandelt  werden  müssen.  Fichtennadelbäder  sowie  Seebäder  werden
seit  jeher  mit  gutem  Erfolg  gegen  Drüsenerkrankungen  angewendet.

Durchfall  (Diarrhöe).  Er  tritt  bei  ganz  verschiedenen  Veranlassungen
auf,  bei  Darmgeschwüren  ebenso  wie  bei  Gemütsaufregungen,  bei  Erkältungen
ebenso  wie  als  Begleiterscheinung  der  Infektionskrankheiten.  Erst  wenn  die
Ausleerungen  sich  mehrere  Tage  lang  wiederholen,  wenn  sie  an  Zahl  und
Flüssigkeit  nicht  nachlassen,  wird  der  vorübergehende  Durchfall  zum  Darmkatarrh.
  (Siehe  diesen.)

Durst.  Im  zweiten  Kapitel  des  I.  Teiles  ist  das  Wesen  des
Durstes  beschrieben.  Der  krankhafte  Durst  ist  heutzutage  eine  sehr  häufige
Erscheinung.  Nervöse  Personen  und  solche  mit  entzündeter  Magenschleimhant,
  Drüsenkranke,  Zuckerkranke,  Cholerakranke  usw.  leiden  alle  an  qualvollem
  Durst.  Wie  in  einem  Falle  die  Befriedigung  des  Durstes  heilend
und  wohltätig  ist,  so  ist  sie  in  einem  anderen  schädlich,  oder  nur  mit  Maß
und  Auswahl  der  Getränke  zu  vollziehen.  Magenschwache  und  Nervöse
haben  immer  Beschwerden,  wenn  sie  ihren  Magen  mit  Wasser  vollgießen,
und  verderben  sich  dadurch  nicht  selten  ihre  Verdauung.  Man  stelle  daher
zuerst  die  Ursache  des  Durstes  durch  ärztliche  Beratung  fest  und  behandle
den  Durst  darnach.  Bei  Darmträgheit  und  Nervenschwäche  besteht  oft  großes
Durstgefühl,  und  da  hat  sich  der  morgendliche  Genuß  der  süßen  Molken
sehr  bewährt.  Das  Aussaugen  saftiger  Früchte,  wie  z.  B.  der  Apfelsinen,  ist
auch  oft  durststillend,  vor  allem  aber  ist  zu  erstreben:  Behandlung  der  Ursache
durch  reizlose  Kost,  Beseitigung  des  Alkohols,  der  Gewürze,  des  Fettes,
entsprechende  Behandlung  mit  anderen  Heilfaktoren.  (Siehe  „Büchlein  vom
Durst“  von  der  Verfasserin,  Verlag  Meeckel,  Berlin-Steglitz.)

Dusche.  Wir  haben  ihr  Wesen  schon  unter  „Brause“  besprochen;
die  „Güsse“  haben  sie  größtenteils  verdrängt.

Dysmenorrhée  (schmerzhafte  Menstruation).  Unter  „Krankhafter
Menstruation“  werden  wir  auch  die  schmerzhafte  erwähnen.  Das  vorstehende,
  aus  dem  Griechischen  entnommene  Wort  kommt  in  Frauenbüchern
oft  vor,  mußte  daher  auch  hier  Erklärung  finden,  obwohl  es  für  Laien  im
übrigen  entbehrlich  ist.

Dyspepsie.  Damit  bezeichnet  man  eine  Magenkrankheit,  die
durch  Veränderung  des  Magensastes  entsteht,  ferner  auch  durch  Verminderung
der  Magenbewegung.  Der  Magensaft  besteht  aus  Salzsäure,  den  Ausscheidungen
der  Magendrüsen  und  den  durch  die  Nahrung  hinzukommenden  Flüssigkeiten.
Enthält  der  Magensaft  zu  viel  Salzsäure,  so  entsteht  Sodbrennen;  enthält
er  zu  wenig,  Appetitlosigkeit.  Drüsen=  und  Muskelschwäche  einerseits,
Nervenschwäche  anderseits  sind  die  häusigste  Ursache  dieser  Art  von  Magen-