576  Dyspnoe  —  Echinococcus.

leiden.  Daher  finden  wir  seine  Auzeichen  bei  Anämischen,  Skrofulösen  und
Neurasthenischen  (Blutarme,  Drüsenkranke,  Nervenschwache).

Kann  ein  schlecht  zusammengesetzter  Magensaft  nicht  nachgewiesen  werden
und  bestehen  dennoch  die  Anzeichen  desselben,  wie  Völle,  Appetitlosigkeit,
brennendes  Aufstoßen,  Magengase  (weil  die  Speisemassen  zu  lange  unverarbeitet
im  Magensacke  liegen  bleiben  mangels  genügender  Bewegung  der  Muskelwände),
so  spricht  man  von  nervöser  Dyspepsie.  Ihr  Hauptmerkmal  ist  die  Unbeständigkeit.
  Ein  nervös  Dyspeptischer  hat  heute  nach  zwei  Bissen  eines
Biskuits  heftiges  Magendrücken,  morgen  aber  nach  dem  Genuß  von  vier
böhmischen  Knödeln  keines;  wochenlang  ist  er  ganz  beschwerdefrei,  dann  kommt
plötzlich  wieder  eine  Periode,  wo  ihm  alles  schadet,  alles  Beschwerden  verursacht.
  Ihre  Heilung  ist  eine  sehr  langsame.  Oft  sind  sexuelle  Schwäche
infolge  früherer  Ausschweifungen,  z.  B.  jahrelange  Onanie,  die  Ursache  der
späteren  Dyspepsie.

Behandlung.  Regelung  der  Diät  ist  die  Hauptaufgabe,  dann  aber
Allgemeinkräftigung,  Anderung  der  Lebensweise  (längere  Seereise!),  Verbesserung
  des  Blutes.  Unter  „Magenkrankheiten“  und  „Magenkatarrh“"  wird
darüber  näheres  gesagt  sein.

Dyspnoe.  Mit  diesem  griechischen  Worte  bezeichnet  man  erschwertes
Atmen,  wie  es  Lungen=  und  Brusftfellerkrankungen,  Verlegung  der  Luftwege
(bei  Krupp  (Croupl,  Diphtherie,  Krampf  der  Bronchien  usw.)  herbeiführen.  Auch
Herzkrankheiten,  Wasseransammlung  in  der  Bauchhöhle,  große  Geschwülste
und  anderes  mehr  führen  zu  erschwertem  Atem,  der  sogenannten  Dyspnoe.
Zufuhr  frischer  Luft,  Hochlagerung  des  Oberkörpers,  Entleerung  des  Darmes,
Streichmassage  des  Rückens,  kalte  Herzkompresse,  heißes  Beinbad,  auregende
Genußmittel  (säuerliche  Tomaten,  frische  Gurken,  roh  gegessen,  Zitronensaft,
Selterswasser  mit  etwas  Fruchtsaft,  Fruchteis,  chinesischer  Tee  und  dergleichen
mehr),  natürlich  je  nach  der  vorliegenden  Krankheit  gewählt,  bringen  oft  große
Erleichterung.

Je  weniger  der  Kranke  an  eines  der  genannten  Genußmittel  gewöhnt
war,  desto  größer  ist  seine  Wirkung.

E.

Schinococcus  (Blasenwurn).  Die  Finne  des  Hundebandwurms
gelangt,  z.  B.  bei  Liebkosung  eines  Hundes,  in  den  menschlichen  Darmkanal,
wandert  von  dort  nach  anderen  Organen  und  bildet  daselbst  Blasen,  in  welchen
sie  sich  zu  Bandwürmern  entwickeln.  In  der  Leber  und  der  Niere  findet
man  solche  Blasengeschwülste  am  häufigsten.  Wenn  sie  größer  und  zahlreicher
geworden  sind,  machen  sie  Beschwerden,  wie  jede  Geschwulst,  springen  wohl
auch  auf  und  entleeren  ihren  Inhalt  in  die  Bauchhöhle  oder  vereitern.